Die Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge stellt Hersteller vor besondere Herausforderungen. Hohe Ladeleistungen, begrenzter Bauraum und steigende Anforderungen an Funktionalität und Servicefreundlichkeit erfordern neue technische Konzepte. Phoenix Contact zeigt auf der „The smarter E Europe 2026“ eine Lösung, die genau an dieser Stelle ansetzt. Mit dem CCS-Inlet „Charx connect advanced“ integriert das Unternehmen erstmals die komplette fahrzeugseitige Ladesteuerung direkt in die Ladeschnittstelle. Dadurch entwickelt sich das Inlet von einer reinen Verbindungskomponente zu einem zentralen Baustein für High Power Charging in elektrischen Bussen, Lastkraftwagen und weiteren Nutzfahrzeugen.
High Power Charging ohne externen Ladecontroller
Bisher bestehen fahrzeugseitige High-Power-Charging-Systeme aus mehreren Komponenten. Neben dem CCS-Inlet gehören dazu in der Regel ein externer Ladecontroller sowie umfangreiche Verkabelungen für Kommunikation und Steuerung. Diese Architektur erhöht den Integrationsaufwand und benötigt zusätzlichen Bauraum. Mit „Charx connect advanced“ verfolgt Phoenix Contact einen anderen Ansatz. Das CCS-Inlet vereint die mechanische Ladeschnittstelle mit den Kommunikations- und Steuerungsfunktionen für den Ladevorgang in einem einzigen Bauteil. Die PLC-Kommunikation sowie die relevanten Ladeprotokolle werden direkt im Inlet verarbeitet. Dadurch entfällt der bislang notwendige externe Ladecontroller vollständig. Gleichzeitig reduziert sich die Anzahl von Schnittstellen und Verkabelungspunkten.
Mehr Freiheiten bei der Fahrzeugintegration
Für Fahrzeughersteller und Systemintegratoren ergeben sich daraus verschiedene Vorteile. Durch die höhere Integration sinken sowohl der Platzbedarf als auch das Systemgewicht. Weniger Schnittstellen reduzieren zudem potenzielle Fehlerquellen und vereinfachen die Systemarchitektur. Die Anbindung erfolgt über definierte CAN-Schnittstellen. Ergänzend stehen Diagnose- und Servicefunktionen zur Verfügung. Für eine flexible Integration in unterschiedliche Fahrzeugkonzepte bietet Phoenix Contact verschiedene Varianten der Kabelabgänge an. Diese können gerade oder im Winkel von 90 Grad nach links beziehungsweise rechts ausgeführt werden. Dadurch eignet sich die Lösung für unterschiedliche Anwendungen, von Stadtbussen über Fernverkehrs-Lkw bis hin zu Bau- und Kommunalfahrzeugen.
High Power Charging mit bis zu 800 Ampere
Für den Einsatz im Schwerlastbereich wurde das CCS-Inlet auf hohe Ladeleistungen ausgelegt. Das System unterstützt Ladeleistungen von bis zu 800 Ampere im Boost Mode und erfüllt gleichzeitig die relevanten Anforderungen an Kommunikation, Sicherheit und Interoperabilität. Unterstützt werden unter anderem die Standards ISO 15118 und DIN 70121. Darüber hinaus erfüllt die Lösung die Anforderungen der VDV 261 für Busanwendungen. Auch funktionale Sicherheit bis ASIL B gemäß ISO 26262 sowie die Vorbereitung auf die Cybersecurity-Anforderungen nach UNECE R155 und R156 gehören zum Funktionsumfang.
Wartungsfreundliches CCS-Inlet reduziert Serviceaufwand
Neben der Ladeleistung stand bei der Entwicklung auch die Wartungsfreundlichkeit im Fokus. Die Hochvoltleitungen des Systems sind steckbar ausgeführt. Dadurch kann das Inlet bei Bedarf ausgetauscht werden, ohne angrenzende Fahrzeugbaugruppen oder den Kühlkreislauf öffnen zu müssen. Für Betreiber von Nutzfahrzeugflotten bedeutet dies kürzere Servicezeiten und eine höhere Fahrzeugverfügbarkeit. Gleichzeitig lassen sich Wartungsaufwand und Betriebskosten reduzieren.
High Power Charging für zukünftige Anforderungen vorbereitet
Mit der Integration der Ladesteuerung direkt in das CCS-Inlet verfolgt Phoenix Contact einen Ansatz, der die Komplexität von High-Power-Charging-Systemen reduziert und gleichzeitig die Integration in unterschiedliche Fahrzeugplattformen vereinfacht. Die Kombination aus hoher Ladeleistung, standardisierter Kommunikation und reduziertem Integrationsaufwand adressiert zentrale Anforderungen der Elektromobilität im Nutzfahrzeugbereich. Sie finden Phoenix Contact auf der „The smarter E Europe 2026“ in München in B5 auf dem Stand 110.