Auftragseingänge steigen um mehr als sechs Prozent
Deutsche Elektroindustrie profitiert im April 2026 von starker Auslandsnachfrage
Mittwoch, 10. Juni 2026
| Redaktion
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Entwicklung des Auftragseingangs der deutschen Elektroindustrie bis April 2026
Entwicklung des Auftragseingangs der deutschen Elektroindustrie bis April 2026, Bild: ZVEI

Die Elektroindustrie in Deutschland hat ihren Wachstumskurs im April 2026 fortgesetzt. Nach aktuellen Zahlen des ZVEI legten die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,3 Prozent zu. Treiber dieser Entwicklung war vor allem die starke Nachfrage aus dem Ausland. Während die Inlandsbestellungen rückläufig waren, verzeichneten die Unternehmen der Elektroindustrie insbesondere bei Kunden außerhalb Deutschlands deutliche Zuwächse. Auch Produktion, Umsatz und Geschäftsklima entwickelten sich insgesamt positiv.

Elektroindustrie verzeichnet kräftiges Plus bei Auslandsaufträgen

Die Auftragseingänge der Elektroindustrie entwickelten sich im April sehr unterschiedlich. Während die Bestellungen aus dem Inland um 9,1 Prozent zurückgingen, stiegen die Auslandsaufträge um 20,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Kunden außerhalb der Eurozone. Hier legten die Bestellungen um 25,8 Prozent zu. Die Nachfrage aus den Euroländern erhöhte sich um 12,1 Prozent.

Im Zeitraum von Januar bis April 2026 lagen die Auftragseingänge der Elektroindustrie insgesamt 6,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Während die Inlandsbestellungen in den ersten vier Monaten leicht um 0,5 Prozent zurückgingen, erhöhten sich die Aufträge aus dem Ausland um 12,1 Prozent. Dabei entwickelten sich die Bestellungen aus der Eurozone und aus Drittländern nahezu identisch und stiegen um 12,2 beziehungsweise zwölf Prozent. Die Zahlen zeigen, dass die internationale Nachfrage weiterhin ein wichtiger Wachstumsmotor für die Branche bleibt.

Produktion der Elektroindustrie erstmals wieder leicht im Plus

Auch die Produktion entwickelte sich positiv. Die preisbereinigte Fertigung elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse lag im April 2,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Damit erreichte die Elektroindustrie erstmals auch im Gesamtzeitraum von Januar bis April wieder ein leichtes Wachstum. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhte sich die Produktion um 0,1 Prozent. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass die Unternehmen die gestiegenen Auftragseingänge zunehmend in zusätzliche Produktionsleistungen umsetzen.

Elektroindustrie steigert Umsatz auf 19 Milliarden Euro

Der nominale Branchenumsatz stieg im April 2026 um 6,2 Prozent auf 19 Milliarden Euro. Dabei erhöhten sich die Inlandserlöse um 5,8 Prozent. Die Umsätze im Ausland legten um 6,6 Prozent zu. Während das Geschäft mit Kunden aus der Eurozone nahezu auf Vorjahresniveau blieb, erzielten die Unternehmen in Drittländern ein Umsatzplus von 10,8 Prozent. Für die ersten vier Monate des Jahres summierten sich die Branchenerlöse auf insgesamt 75,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Inlandsumsatz stieg dabei um sechs Prozent, die Erlöse aus dem Ausland um 2,7 Prozent.

Unternehmen planen Produktionsausweitung

Die Unternehmen bewerten ihre Produktionsperspektiven zunehmend optimistischer. Im Mai erhöhte sich der Saldo aus Unternehmen, die ihren Output steigern beziehungsweise reduzieren wollen, von plus einem auf plus elf Prozentpunkte. Auch die Beschäftigungsaussichten haben sich verbessert. Ende des ersten Quartals waren 871.200 Menschen in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie beschäftigt. Das waren 1,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Aktuell befinden sich rund 14.500 Beschäftigte in Kurzarbeit. Die verbesserten Produktionspläne deuten darauf hin, dass viele Unternehmen mit einer stabilen Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten rechnen.

Geschäftsklima verbessert sich leicht

Trotz anhaltender geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten entwickelte sich die Stimmung in der Branche zuletzt etwas positiver. „Trotz der Vielzahl an globalen Unsicherheiten ist das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im Mai dieses Jahres unterm Strich wieder etwas gestiegen“, betont ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Vor allem die aktuelle Geschäftslage wurde von den Unternehmen deutlich besser bewertet als im Vormonat. Die Erwartungen für die kommenden Monate gingen zwar leicht zurück, blieben insgesamt jedoch auf einem positiven Niveau. Auch die Exporterwartungen gaben etwas nach, lagen per Saldo aber weiterhin deutlich im positiven Bereich. Damit bleibt die Elektroindustrie trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds auf Wachstumskurs und profitiert insbesondere von ihrer starken internationalen Marktposition.

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