Siemens hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Altair Engineering, einem Anbieter von industrieller Simulations- und Analysesoftware, unterzeichnet. Die Akquisition soll durch den Erwerb von Altair-Aktien erfolgen. Siemens wird dafür rund zehn Milliarden Dollar ausgeben. Mit dem Kauf will das Unternehmen seine Position als führendes Technologieunternehmen und seine Führungsrolle im Bereich industrieller Software stärken.
„Die Akquisition von Altair ist ein bedeutender Meilenstein für Siemens. Diese strategische Investition steht im Einklang mit unserem Engagement, die digitale und nachhaltige Transformation unserer Kunden durch die Verbindung der realen und digitalen Welt zu beschleunigen. Durch die Kompetenzen von Altair in den Bereichen Simulation, Hochleistungsrechnen, Datenwissenschaft und künstliche Intelligenz zusammen mit Siemens Xcelerator entsteht das weltweit umfassendste KI-gestützte Design- und Simulationsportfolio“, sagt Dr. Roland Busch, Vorstandsvorsitzender von Siemens. „Es ist ein logischer nächster Schritt: Wir haben in den vergangenen 15 Jahren unsere Führungsrolle bei industrieller Software ausgebaut und zuletzt die Vorteile von Daten und KI für ganze Industrien nutzbar gemacht.“
Beschleunigte Design-Iterationen und verkürzte Markteinführungszeiten
Das Simulationsportfolio von Altair ist im hohen Maße komplementär. Insbesondere mit den ausgeprägten Fähigkeiten in der mechanischen und elektromagnetischen Simulation erweitert Siemens seinen umfassenden digitalen Zwilling. Damit kann das Unternehmen ein vollständiges, physikbasiertes Simulationsportfolio als Teil von Xcelerator anbieten. Die datenwissenschaftlichen und KI-gestützten Simulationsfunktionen von Altair ermöglichen es jedem, vom Ingenieur bis zum Generalisten, mit Simulationstools zu arbeiten. Das beschleunigt Design-Iterationen und verkürzt Markteinführungszeiten. Darüber hinaus werden die Fähigkeiten von Altair im Bereich der Datenwissenschaft die Nutzung der Branchenexpertise in Produktlebenszyklen und Fertigungsprozessen weiter beschleunigen.
Siemens erwartet signifikante Synergien und Umsatzsteigerungen
Die Transaktion soll den Umsatz im digitalen Geschäft von Siemens deutlich um acht Prozent steigern. Damit kann der im Geschäftsjahr 2023 berichtete Umsatz im digitalen Geschäft um ungefähr 600 Millionen Euro erhöht werden. Mit einem Umsatzeffekt von mittelfristig mehr als 500 Millionen Dollar pro Jahr, der langfristig auf mehr als eine Milliarde Dollar pro Jahr anwachsen soll, erwartet der Hersteller signifikante Umsatzsynergien, insbesondere durch Cross-Selling des in hohem Maße komplementären Portfolios und durch den vollen Zugang von Altair zur globalen Präsenz und zum globalen Industrie- und Kundenstamm von Siemens.