Konkrete Lösungen für industrielle Transformation
Abschlussbericht: Hannover Messe 2026 empfängt 110.000 Besucher
Montag, 27. April 2026
| Redaktion
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110.000 Interessierte tauschten sich auf der Hannover Messe 2026 mit den Ausstellern über KI und Physical AI, Safety, Cybersecurity, humanoide Roboter, Verteidigungstechnik sowie Energielösungen aus
110.000 Interessierte tauschten sich auf der Hannover Messe 2026 mit den Ausstellern über KI und Physical AI, Safety, Cybersecurity, humanoide Roboter, Verteidigungstechnik sowie Energielösungen aus, Bilder: Tropal Media / Susanne Woggon

Die Hannover Messe 2026 hat gezeigt, wie Industrieunternehmen auf aktuelle Herausforderungen reagieren und technologische Lösungen in die Praxis umsetzen. Im Mittelpunkt standen dabei Entwicklungen rund um die Themen künstliche Intelligenz, Automatisierung und Digitalisierung. Diese Technologien tragen dazu bei, Produktionsprozesse effizienter zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wird deutlich, dass die industrielle Transformation nicht mehr nur konzeptionell diskutiert, sondern zunehmend praktisch umgesetzt wird.

Hannover Messe mit internationaler Beteiligung und hoher Relevanz

Rund 110.000 Besucher nahmen an der Messe teil. Damit lag die Beteiligung unter dem Vorjahresniveau von 123.000 Teilnehmern, was unter anderem auf Einschränkungen im Reiseverkehr zurückzuführen ist. Gleichzeitig zeigt die Messe eine weiterhin hohe internationale Bedeutung. Etwa 40 Prozent der Gäste reisten aus dem Ausland an, insbesondere aus China, Brasilien, den USA, Japan und Südkorea.

Die Qualität der Fachgespräche und die Dynamik in den Hallen unterstreichen die Relevanz der Veranstaltung. „Die Hannover Messe war in diesem Jahr Technologieschau und Impulsgeber zugleich. Die Unternehmen haben gezeigt, dass Deutschland und Europa über die notwendigen Werkzeuge verfügen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Entscheidend ist nun, diese Potenziale entschlossen zu nutzen und in die Anwendung zu bringen“, fasst Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe, die Hannover Messe zusammen.

KI, Robotik, Automatisierung und Energieinfrastruktur im Fokus

Im Zentrum der Messe standen Technologien wie künstliche Intelligenz, Robotik, Automatisierung und Energieinfrastruktur. Unternehmen zeigten unter anderem KI-gestützte Produktionssysteme, die Prozesse automatisieren und Ausfälle vorhersagen können. Ergänzt wurden diese durch Entwicklungen im Bereich humanoider Robotik sowie Lösungen für Energieeffizienz und Netzausbau. Diese Technologien gelten als zentrale Bausteine für die Transformation hin zu einer klimaneutralen und wettbewerbsfähigen Industrie. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Integration in bestehende Produktionsumgebungen zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Industrie fordert bessere Rahmenbedingungen

Neben technologischen Entwicklungen wurde auf der Hannover Messe auch die Situation des Industriestandorts Europa thematisiert. Hohe Kosten, regulatorische Anforderungen und geopolitische Unsicherheiten stellen Unternehmen vor Herausforderungen. Gleichzeitig zeigen die Aussteller, dass technologische Lösungen vorhanden sind und weiterentwickelt werden.

„Das neue Konzept der Hannover Messe ist ein Erfolg. Insbesondere die Center Stage hat große Resonanz erfahren“, erklärt Dr. Gunther Kegel, Präsident des ZVEI und Vorsitzender des Ausstellerbeirats. „Inhaltlich sendet die Hannover Messe ein unmissverständliches Signal: Wir brauchen dringend eine schnelle Deregulierung, damit wir uns als Standort im internationalen Wettbewerb behaupten können.“

Partnerland Brasilien setzt Impulse auf der Hannover Messe

Brasilien präsentierte sich als Partnerland mit einem breiten Spektrum an Industrie- und Energiethemen. Die Beteiligung setzte Impulse für internationale Kooperationen und verdeutlichte die Bedeutung neuer Handelsbeziehungen. Insbesondere im Kontext globaler Veränderungen gewinnt die Diversifizierung von Lieferketten an Bedeutung. Die Zusammenarbeit zwischen Europa und Lateinamerika wurde als strategisch relevant hervorgehoben. Das geplante EU-Mercosur-Abkommen unterstützt diese Entwicklung und schafft zusätzliche Perspektiven für wirtschaftliche Kooperationen.

Pepperl+Fuchs und Pilz rücken im Rahmen einer kürzlich beschlossenen Kooperation näher zusammen und haben in Hannover erstmal eine gemeinsame Lösung vorgestellt
Pepperl+Fuchs und Pilz rücken im Rahmen einer kürzlich beschlossenen Kooperation näher zusammen und haben in Hannover erstmal eine gemeinsame Safety-Lösung vorgestellt

Hannover Messe 2027: Neue Laufzeit und Kooperation mit der Europe Energy Week

Auch das Messekonzept wurde weiterentwickelt. Ein neuer Hallenplan erleichtert die Orientierung und unterstützt einen effizienteren Messebesuch. Ergänzend dazu bieten Formate wie Masterclasses Möglichkeiten für gezielten Austausch zwischen Unternehmen und Fachbesuchern. Die Center Stage entwickelte sich mit rund 30.000 Besuchern zu einer zentralen Plattform für Diskussion und Wissenstransfer. Die hohe Nachfrage zeigt den Bedarf an Einordnung technologischer Entwicklungen und industrieller Trends.

Mit Blick auf die Zukunft wird die Hannover Messe weiter angepasst. Ab 2027 wird die Laufzeit auf vier Tage konzentriert, um Besucherfrequenz und Geschäftsanbahnung gezielt zu bündeln. Parallel dazu entsteht mit der Europe Energy Week eine zusätzliche Plattform für Themen rund um Energie und Infrastruktur. Köckler abschließend: „Die Hannover Messe entwickelt sich konsequent weiter, fokussierter, effizienter und näher an der Industrie. Und thematisch wurde klar: Neben der konkreten Anwendung von KI rückt die Ära der physischen KI in den Fokus.“ Die nächste Ausgabe der Veranstaltung ist vom 05. bis zum 08. April 2027 geplant. Spanien ist Partnerland. 

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