Durchgängige Engineering-Daten werden für die Industrie zunehmend zum entscheidenden Faktor für Tempo und Effizienz. Wenn Entwicklungs-, Beschaffungs- und Fertigungsprozesse auf einer konsistenten Datenbasis aufbauen, lassen sich Planung, Produktion und Betrieb deutlich schneller und stabiler organisieren. Genau hier setzen Lösungen an, die Software, Hardware und Automatisierung enger miteinander verbinden. Rittal und Eplan zeigen auf der Hannover Messe, wie sich dieser Ansatz in der Praxis umsetzen lässt. Im Mittelpunkt stehen durchgängige Engineering-Prozesse, automatisierte Fertigungstechnologien sowie neue Infrastrukturkonzepte für digitale Industrieanwendungen. Ziel ist es, Entwicklungszeiten zu verkürzen, Produktionsprozesse effizienter zu gestalten und Unternehmen mehr Skalierbarkeit für zukünftige Anwendungen zu ermöglichen.
„In der Industrie wird Geschwindigkeit zur entscheidenden Währung. Wer nicht Schritt hält, verliert im Wettbewerb“, erklärt Uwe Scharf, Geschäftsführer Vertrieb Deutschland und Europa bei Rittal. „Software, Hardware und Automatisierung müssen als integriertes System funktionieren. Dieses Zusammenspiel schafft das Tempo und die Skalierbarkeit, die Unternehmen brauchen, um schneller zu planen, zu produzieren und ihre Anwendungen effizienter zu betreiben.“
Engineering-Daten als Grundlage digitaler Industrieprozesse
Der Ausgangspunkt für beschleunigte Prozesse liegt im Engineering. Hier entstehen die Informationen, die Planung, Beschaffung, Produktion und Betrieb steuern. Strukturierte und konsistente Engineering-Daten ermöglichen es, Prozesse stärker zu automatisieren und effizienter zu gestalten. „Die Chancen von Automatisierung und AI können nur genutzt werden, wenn die Datenbasis stimmt“, ergänzt Sebastian Seitz, Geschäftsführer von Eplan. „Gut aufbereitete Engineering-Daten werden zur strategischen Ressource der Industrie.“
Auf der Hannover Messe zeigt Eplan, wie sich Engineering-Prozesse vereinfachen und Datendurchgängigkeit konsequent ausbauen lassen. Durch die Weiterentwicklung der Software wurde das Produktportfolio verschlankt und stärker an typischen Arbeitsabläufen ausgerichtet. Verschiedene Engineering-Disziplinen lassen sich dadurch enger miteinander verknüpfen. Gleichzeitig entsteht die Grundlage für einen digitalen Zwilling als zentrale Datenquelle.
Smart Sourcing verknüpft Engineering-Daten und Beschaffung
Auf Basis strukturierter Engineering-Daten entstehen neue Möglichkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Eine davon ist „Eplan Smart Sourcing“. Mit dieser Lösung werden Verfügbarkeit und Lieferzeiten von Komponenten bereits während des Engineerings sichtbar. Konstrukteure erkennen frühzeitig, ob bestimmte Bauteile verfügbar sind oder Alternativen eingeplant werden müssen. Dadurch reduzieren sich Abstimmungsprozesse zwischen Engineering, Einkauf und Lieferanten deutlich. Auch Änderungen an Komponenten lassen sich transparenter darstellen. Mit „Product Change Notification (PCN)“ können Hersteller Änderungen an Bauteilen automatisiert kommunizieren. Die Software empfängt entsprechende Informationen über die „Asset Administration Shell“ und aktualisiert das „Data Portal“. Anwender erhalten damit frühzeitig Hinweise auf technische Änderungen oder Abkündigungen.
Engineering-Daten ermöglichen automatisierte Fertigung
Strukturierte Engineering-Daten bilden zugleich die Grundlage für automatisierte Produktionsprozesse im Anlagenbau. Rittal zeigt auf der Hannover Messe, wie sich digitale Daten direkt in effizientere Fertigungsprozesse übertragen lassen. Ein Beispiel ist die neue Serie „Wire Terminal WT L“. Dabei handelt es sich um kompakte Drahtkonfektionier-Vollautomaten, die speziell auf kleinere und mittlere Steuerungsbauer ausgerichtet sind. Die neue Generation senkt die Einstiegshürde für automatisierte Drahtkonfektionierung und macht diese Technologie für mehr Unternehmen zugänglich.
Neue Anforderungen an IT-Infrastruktur durch AI
Mit der zunehmenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz steigen auch die Anforderungen an industrielle IT-Infrastrukturen. High Performance Computing und AI-Anwendungen erhöhen die Leistungsdichte in Rechenzentren erheblich. Rittal zeigt dafür neue Infrastrukturkonzepte. Stromverteilungsplattformen wie „RiLineX“ und „Ri4Power“ bringen die Energieversorgung näher an die IT-Systeme und ermöglichen modulare Stromarchitekturen direkt im Rechenzentrum. Ein Beispiel sind sogenannte Sidecar-Lösungen. Dabei wird Leistungselektronik in separaten Power-Racks neben den Server-Racks installiert. Diese Architektur ermöglicht eine skalierbare Stromversorgung für hochverdichtete IT-Systeme.
Kühltechnik für neue regulatorische Anforderungen
Mit steigender Rechenleistung gewinnt auch die Kühlung an Bedeutung. Klassische luftbasierte Systeme stoßen zunehmend an physikalische Grenzen. Neue Konzepte setzen daher auf Flüssigkeitskühlung direkt am Chip. Rittal präsentiert auf der Hannover Messe Lösungen für „Direct Chip Cooling“, die zugleich neue Möglichkeiten zur Wärmerückgewinnung eröffnen. Parallel verändern regulatorische Anforderungen die Technologie. Ab 2027 gelten in der EU strengere Vorgaben für Kältemittel in Kühlgeräten und Chillern. Rittal zeigt dafür ein Portfolio, das Maschinen- und Anlagenbauern ermöglicht, ihre Anwendungen frühzeitig an die neuen Anforderungen anzupassen.
Digitale Wertschöpfung durch integrierte Lösungen
Die Messepräsentation zeigt, wie digitale Wertschöpfung in der Industrie entsteht: durchgängige Daten im Engineering, automatisierte Fertigung und eine leistungsfähige IT-Infrastruktur. Das Zusammenspiel von Software, Hardware und Automatisierung ermöglicht es Unternehmen, Prozesse schneller zu planen, effizienter zu produzieren und neue digitale Anwendungen zu betreiben. Damit entstehen wichtige Voraussetzungen für Wettbewerbsfähigkeit in Industrie und Digitalwirtschaft. Sie finden Rittal und Eplan auf der Hannover Messe 2026 in Halle 27 am Stand D50.