Die Integration bestehender Maschinen in moderne Industrie-4.0-Architekturen wird für viele Unternehmen zunehmend relevant. Gleichzeitig laufen in zahlreichen Produktionsanlagen Steuerungen, die seit Jahrzehnten zuverlässig arbeiten. Ein vollständiger Austausch ist in solchen Fällen oft wirtschaftlich nicht sinnvoll. Retrofit-Konzepte bieten daher eine Alternative, um bestehende Systeme technisch zu modernisieren und gleichzeitig Investitionen zu begrenzen.
Der Anbieter „IBHsoftec“ zeigt, wie sich ältere SPS-Generationen in moderne Kommunikationsstrukturen einbinden lassen. Auch Steuerungen der Reihen S5 sowie S7-300/400 können über entsprechende Gateways in OPC-UA-basierte Infrastrukturen integriert werden. Dadurch bleiben vorhandene Anlagen weiterhin nutzbar, während gleichzeitig Anforderungen an Digitalisierung und Datenverfügbarkeit erfüllt werden.
Retrofit ermöglicht Integration älterer Steuerungen
In vielen Produktionsumgebungen reicht die Bandbreite der eingesetzten Steuerungen von frühen S5-Systemen aus den 1980er-Jahren bis hin zu neueren SPS-Generationen. Obwohl diese Anlagen häufig noch zuverlässig arbeiten, fehlen ihnen moderne Kommunikationsschnittstellen.
Hier setzt das Retrofit an. Durch eine OPC-UA-Anbindung können bestehende Steuerungen in aktuelle IT- und Automatisierungsumgebungen integriert werden, ohne dass umfangreiche Umbauten oder ein vollständiger Steuerungstausch erforderlich sind. Neben wirtschaftlichen Vorteilen spielt auch die Einhaltung aktueller regulatorischer Anforderungen eine Rolle. Dazu zählen beispielsweise Vorgaben im Bereich Cybersecurity oder Initiativen rund um Industrie 4.0.
Kommunikationsadapter als Basis der Retrofit-Lösung
Die Ethernet-Anbindung älterer Steuerungen erfolgt über spezielle Kommunikationsadapter. „IBHsoftec“ nutzt dafür unter anderem die Geräte „IBH Link S5++“ und „IBH Link S7++“. Diese Adapter setzen die klassischen Schnittstellen AS511 beziehungsweise MPI/DP auf Ethernet um und ermöglichen damit eine Anbindung an moderne Netzwerke. Als zentrales Gateway fungiert „IBH Link UA“. Das System ist in mehreren Leistungsvarianten verfügbar, sodass sich unterschiedliche Anforderungen in der Praxis abdecken lassen. Neben einer Basisversion stehen leistungsstärkere Varianten mit Quad-Core-Prozessoren zur Verfügung.
Diese erweiterten Modelle unterstützen unter anderem Funktionen wie Python-Integration, Global Discovery Service sowie containerbasierte Anwendungen über Docker, MQTT oder Cloud-Anbindungen. Damit lassen sich auch umfangreiche Automatisierungs- und Datenintegrationsprojekte realisieren.
Datenaustausch in Industrie-4.0-Umgebungen erleichtern
Die Konfiguration der Systeme erfolgt über einen speziell abgestimmten OPC-UA-Editor sowie über Weboberflächen und den „IBH-Net“-Treiber. Darüber hinaus lassen sich historische Prozessdaten über OPC Historical Access erfassen und standardisiert bereitstellen. Die Lösung unterstützt sowohl OPC-UA-Server- als auch Client-Funktionen. Dadurch wird ein herstellerübergreifender Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Automatisierungssystemen ermöglicht.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Sicherheitsfunktionen. Die Gateways erfüllen die relevanten OPC-UA-Security-Anforderungen, verfügen über eine integrierte Firewall und sind von der OPC Foundation zertifiziert. Zusätzlich erleichtert ein integrierter Global Discovery Service insbesondere in großen Anlagen die automatisierte Verwaltung von Zertifikaten.
Retrofit verlängert Lebensdauer bestehender Anlagen
Das Retrofit-Konzept ermöglicht es, selbst sehr alte Steuerungen weiterhin produktiv einzusetzen. So lassen sich beispielsweise Systeme bis hin zur Steuerung S5-95U aus dem Jahr 1979 in moderne IT- und Cloud-Umgebungen integrieren. Für viele Unternehmen stellt diese Lösung eine wirtschaftlich attraktive Alternative zur Neuanschaffung dar. Bestehende Anlagen bleiben erhalten, während gleichzeitig neue Anforderungen an Vernetzung, Datentransparenz und IT-Sicherheit erfüllt werden.