World Robotics 2025 Berichtsband zeigt: Südkorea, Singapur und Deutschland mit höchster Roboter-Dichte
Mittwoch, 08. April 2026
| Redaktion
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Roboter-Dichte steigt in Europa, Asien und Amerika sprunghaft an
Roboter-Dichte steigt in Europa, Asien und Amerika sprunghaft an, Bild: International Federation of Robotics

Die Roboter-Dichte entwickelt sich weltweit zu einer zentralen Kennzahl für den Automatisierungsgrad der Industrie. Aktuelle Daten des World Robotics 2025 Berichtsband der International Federation of Robotics (IFR) zeigen, dass insbesondere Europa, Nordamerika und Asien ihre Robotik-Infrastruktur weiter ausbauen. Die zunehmende Integration von Industrierobotern trägt maßgeblich zur Steigerung der Produktivität im verarbeitenden Gewerbe bei.

Die Roboter-Dichte beschreibt das Verhältnis von eingesetzten Industrierobotern zur Anzahl der Beschäftigten. Dadurch lassen sich unterschiedlich große Volkswirtschaften miteinander vergleichen. „Die Kennzahl der Roboter-Dichte setzt die Gesamtzahl der in einem Land eingesetzten Roboter ins Verhältnis zur Anzahl der Beschäftigten als Maß für die jeweilige Wirtschaftsleistung und liefert damit eine gute Vergleichsgröße zwischen unterschiedlich großen Volkswirtschaften“, erklärt Takayuki Ito, Präsident der IFR.

Europa erreicht hohe Roboter-Dichte

Westeuropa verzeichnete im Jahr 2024 eine Roboter-Dichte von 267 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte und liegt damit vor Nordamerika und Asien. Innerhalb der Europäischen Union beträgt der Durchschnitt 231 Einheiten und liegt damit deutlich über dem weltweiten Mittelwert. Mehrere europäische Länder zählen zu den global führenden Standorten, darunter Deutschland, die Schweiz, die Niederlande und Österreich. Insgesamt zeigt sich eine stabile Entwicklung mit moderaten Wachstumsraten. Deutschland liegt mit 449 Einheiten weltweit auf dem dritten Platz und weist damit die höchste Roboter-Dichte innerhalb Europas auf. Die kontinuierliche Steigerung seit 2019 zeigt die hohe Bedeutung von Automatisierung für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit. 

Roboter-Dichte in Nordamerika und Asien wächst weiter

Nordamerika erreicht eine Roboter-Dichte von 204 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte. Die Vereinigten Staaten liegen dabei innerhalb der globalen Rangliste auf einem vorderen Platz, gefolgt von Kanada und Mexiko. In Asien zeigt sich eine dynamischere Entwicklung. Die durchschnittliche Roboter-Dichte liegt bei 131 Einheiten, wächst jedoch deutlich schneller als in anderen Regionen. Länder wie Südkorea, Japan, Singapur und Taiwan zählen zu den weltweit führenden Standorten der industriellen Automatisierung. China steigert seine Roboter-Dichte besonders stark und erreicht inzwischen 166 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte. Gleichzeitig verfügt das Land über den weltweit größten Bestand an Industrierobotern sowie die höchsten jährlichen Installationszahlen.

Spitzenreiter sind Länder mit starken Industrien in den Bereichen Elektronik, Automobilbau oder Maschinenbau 

Die höchste Roboter-Dichte erreicht die Republik Korea mit 1.220 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte. Seit 2019 wächst diese Kennzahl dort jährlich um rund sieben Prozent. Treiber dieser Entwicklung sind insbesondere die stark automatisierte Elektronikindustrie sowie die Automobilproduktion, die beide in hohem Maße auf Industrierobotik angewiesen sind. Auf den weiteren Plätzen folgen Singapur und Deutschland. Singapur erreicht mit 818 Einheiten eine sehr hohe Roboter-Dichte, was auch auf die vergleichsweise geringe Zahl an Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe zurückzuführen ist. Gleichzeitig investiert das Land gezielt in automatisierte Produktionsstrukturen. 

Japan folgt mit 446 Einheiten knapp hinter Deutschland. Als weltweit führender Hersteller von Industrierobotern profitiert das Land von einer engen Verzahnung zwischen Robotikentwicklung und industrieller Anwendung. Weitere Länder in der Spitzengruppe sind Schweden, Dänemark und Slowenien sowie die Vereinigten Staaten, Taiwan und die Schweiz. Auffällig ist, dass Länder mit hoher Roboterdichte häufig über starke Industrien in den Bereichen Elektronik, Automobilbau oder Maschinenbau verfügen. Diese Branchen zählen zu den wichtigsten Treibern für den Einsatz von Industrierobotern und prägen die Entwicklung der Automatisierung maßgeblich.

Roboter-Dichte als Indikator für Wettbewerbsfähigkeit

Die Entwicklung der Roboter-Dichte zeigt, dass Automatisierung zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit wird. Neben technologischen Fortschritten spielen auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen und industrielle Strukturen eine wichtige Rolle. Insbesondere in wachsenden Märkten steigt der Bedarf an Automatisierungslösungen, um steigende Produktionsanforderungen effizient zu bewältigen.

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