Die Intersolar Europe richtet im Jahr 2026 einen besonderen Blick auf Indien als dynamischen Wachstumsmarkt der Solarindustrie. Getrieben durch politische Fördermaßnahmen, steigenden Energiebedarf und sinkende Kosten entwickelt sich das Land zunehmend zu einem zentralen Akteur im globalen Photovoltaikmarkt. Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen für internationale Kooperationen und den Aufbau von Lieferketten.
Intersolar Europe zeigt Dynamik des Solarmarktes in Indien
Der Ausbau der Solarenergie in Indien hat in den vergangenen Jahren deutlich an Tempo gewonnen. Im Jahr 2025 lag der Zubau bei 37,5 Gigawatt, was einem Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für das Jahr 2026 wird ein weiterer Ausbau auf 45 bis 50 Gigawatt erwartet. Damit könnte Indien perspektivisch zum zweitgrößten Solarmarkt weltweit aufsteigen. Parallel dazu gewinnt das Land auch als Produktionsstandort für Photovoltaik-Komponenten an Bedeutung. Auf der Intersolar Europe erhalten Fachbesucher Einblicke in diese Entwicklungen sowie in neue Marktchancen und Kooperationsmöglichkeiten.
Solarenergie als Rückgrat der Energieversorgung
Indien verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2070 klimaneutral zu werden, und setzt dabei verstärkt auf den Ausbau der Solarenergie. Bis 2030 sollen insgesamt 500 Gigawatt an erneuerbarer Leistung installiert sein, davon 280 Gigawatt im Bereich Photovoltaik. Ein wesentlicher Treiber ist der deutliche Rückgang der Kosten für Solarstrom. Seit 2010 sind diese um mehr als 80 Prozent gesunken, wodurch Photovoltaik zu einer wirtschaftlich attraktiven Option für den Ausbau der Energieversorgung geworden ist. Gleichzeitig steigt der Energiebedarf durch wirtschaftliches Wachstum und eine wachsende Bevölkerung.
Intersolar Europe thematisiert Aufbau von Produktion und Lieferketten
Neben dem Ausbau der Erzeugungskapazitäten entwickelt sich Indien zunehmend zu einem Produktionsstandort für Photovoltaik-Technologien. Staatliche Programme fördern gezielt die lokale Fertigung, insbesondere moderner Zell- und Modultechnologien. Für europäische Unternehmen entstehen daraus neue Möglichkeiten, Lieferketten zu diversifizieren und Produktionskapazitäten aufzubauen. Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien könnte zusätzliche Impulse für den Austausch von Technologien und den Ausbau industrieller Kooperationen geben.
„Für die Solar- und Speicherbranche ist Indien sowohl ein bedeutender Absatzmarkt als auch ein attraktiver Partner für den Aufbau von Produktionskapazitäten und damit perspektivisch auch eine Quelle für fertige Komponenten oder Vorprodukte“, erklärt David Wedepohl, Managing Director International Affairs vom Bundesverband Solarwirtschaft.
Herausforderungen im indischen Energiesystem
Trotz der dynamischen Entwicklung bestehen weiterhin strukturelle Herausforderungen. Dazu zählen der Bedarf an qualifizierten Fachkräften, der Ausbau der Netzinfrastruktur sowie die Integration von Speichersystemen. Zudem erschweren regulatorische Unterschiede zwischen den Bundesstaaten sowie bestehende Handelsbarrieren den Marktzugang für internationale Unternehmen. Initiativen zur stärkeren Koordination der Energiepolitik könnten hier künftig für mehr Einheitlichkeit sorgen.
Neue Flächenkonzepte und gesellschaftliche Aspekte
Ein Großteil der installierten Solarleistung konzentriert sich aktuell auf wenige Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung. Künftig sollen zusätzliche Flächen erschlossen werden, etwa durch schwimmende Solaranlagen oder kombinierte Nutzung landwirtschaftlicher Flächen im Rahmen von Agrivoltaik. Gleichzeitig gewinnt die soziale Dimension der Energiewende an Bedeutung. Förderprogramme unterstützen Haushalte beim Aufbau eigener Photovoltaikanlagen. Initiativen wie das „Committee of Women in Solar Energy“ sollen zudem den Zugang zu Bildung und Beschäftigung im Energiesektor verbessern.
Intersolar Europe als Plattform für Austausch und Kooperation
Die Intersolar Europe bietet den Rahmen für den internationalen Austausch zu diesen Entwicklungen. Im Rahmen von Side-Events diskutieren Vertreter aus Industrie, Verbänden und Politik über Marktchancen, Lieferketten und regulatorische Rahmenbedingungen. Geplant sind unter anderem ein CEO-Roundtable, Fachveranstaltungen zum Aufbau gemeinsamer Wertschöpfungsketten sowie Networking-Formate zwischen europäischen und indischen Akteuren. Damit positioniert sich die Intersolar als Plattform für die Vernetzung der internationalen Solarbranche.
Die Intersolar Europe sowie die Parallelveranstaltungen „ees Europe“, „Power2Drive Europe“ und EM-Power Europe finden vom 23. bis 25. Juni 2026 im Rahmen von „The smarter E Europe“, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft, auf der Messe München statt.