Die deutsche Elektroindustrie hat im Mai 2026 ein deutliches Plus bei den Auftragseingängen erzielt. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Bestellungen um 19 Prozent. Damit erreichten diese den höchsten Zuwachs seit zwei Jahren. Nach Angaben des ZVEI kam der Impuls vor allem aus dem Ausland. Während die Produktion noch unter dem Vorjahresniveau lag, zeigen Produktions- und Exporterwartungen der Unternehmen wieder nach oben.
Elektroindustrie profitiert von starker Auslandsnachfrage
Die Nachfrage aus dem Ausland entwickelte sich im Mai wesentlich dynamischer als die Inlandsbestellungen. Während die Auftragseingänge aus Deutschland um 7,8 Prozent zulegten, stiegen die Bestellungen aus dem Ausland um 27,2 Prozent. Besonders stark fiel das Wachstum in Ländern außerhalb der Eurozone aus. Hier zogen die Orders um 43 Prozent an. Dagegen gingen die Bestellungen aus dem Euroraum leicht um 1,6 Prozent zurück. Auch im Zeitraum von Januar bis Mai entwickelte sich das Auslandsgeschäft deutlich besser als der heimische Markt. Insgesamt erhöhten sich die Auftragseingänge um 8,7 Prozent. Die Inlandsnachfrage legte lediglich um ein Prozent zu. Die Auslandsbestellungen stiegen um 14,9 Prozent. „Dieses jüngste Auftragsplus war das stärkste seit zwei Jahren“, betont ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Es ging diesmal vor allem auf eine kräftig gestiegene Auslandsnachfrage aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums zurück.“
Produktion bleibt unter Vorjahresniveau
Trotz der positiven Auftragsentwicklung blieb die preisbereinigte Produktion im Mai um 5,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Allerdings standen den Unternehmen mit 18 Arbeitstagen zwei Arbeitstage weniger zur Verfügung als im Mai 2025. Von Januar bis Mai lag der Branchen-Output insgesamt um 1,1 Prozent unter Vorjahresniveau. Gleichzeitig blicken die Unternehmen wieder optimistischer auf die kommenden Monate. Der Saldo der Hersteller, die ihre Produktion in den nächsten drei Monaten ausweiten wollen, stieg im Juni von elf auf 14 Prozentpunkte.
Elektroindustrie steigert Auslandsumsatz
Der Branchenumsatz erhöhte sich im Mai nominal um 0,8 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro. Während die Erlöse im Inland um 1,9 Prozent zurückgingen, legte das Auslandsgeschäft um 3,1 Prozent zu. Dabei entwickelten sich die Umsätze im Euroraum mit einem Plus von 5,5 Prozent stärker als in den übrigen Auslandsmärkten, die um 1,7 Prozent zulegten. In den ersten fünf Monaten des Jahres stiegen die Branchenerlöse insgesamt um 3,5 Prozent auf 93,7 Milliarden Euro. Davon entfielen 44,1 Milliarden Euro auf das Inlandsgeschäft und 49,6 Milliarden Euro auf den Auslandsumsatz.
Geschäftsklima hellt sich leicht auf
Das Geschäftsklima der Elektroindustrie blieb im Juni insgesamt stabil. „Zwar bewerteten die Unternehmen ihre aktuelle Lage etwas zurückhaltender als noch im Mai. Gleichzeitig haben sich ihre allgemeinen Geschäftserwartungen aber aufgehellt und sind wieder leicht ins Plus gedreht“, ergänzt Gontermann. Besonders deutlich verbesserten sich die Exporterwartungen. Der Saldo der Unternehmen, die in den kommenden drei Monaten mit steigenden Ausfuhren rechnen, erhöhte sich von plus acht auf plus 15 Punkte.
Beschäftigung in der Elektroindustrie geht leicht zurück
Ende April beschäftigte die deutsche Elektro- und Digitalindustrie noch 865.500 Menschen. Das waren 1,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig befanden sich 13.500 Beschäftigte in Kurzarbeit.