Infineon hat in Dresden mehrere Monate früher als geplant die neue „Smart Power Fab“ eröffnet. Mit einem Investitionsvolumen von fünf Milliarden Euro handelt es sich um die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte sowie um eines der größten Industrieprojekte Deutschlands. Gleichzeitig verdoppelt Infineon seine Fertigungskapazitäten am Standort Dresden und errichtet nach eigenen Angaben die weltweit größte Fabrik für intelligente Leistungshalbleiter sowie Analog/Mixed-Signal-Technologien. Die neue Fertigung schafft rund 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze und soll die Versorgung wichtiger Zukunftsbranchen mit Halbleitern langfristig absichern.
Neue Fabrik soll steigenden Bedarf an Leistungshalbleitern decken
Mit der „Smart Power Fab“ reagiert Infineon auf die wachsende Nachfrage nach energieeffizienten Halbleitern. Die in Dresden produzierten Chips kommen künftig unter anderem in der Stromversorgung von KI-Rechenzentren, in Wind- und Solaranlagen, intelligenten Stromnetzen sowie in software-definierten Fahrzeugen zum Einsatz. Leistungshalbleiter übernehmen dabei zentrale Aufgaben bei der Steuerung und Umwandlung elektrischer Energie. In Kombination mit Analog/Mixed-Signal-Bausteinen entstehen energieeffiziente Systemlösungen für Industrie- und Automotive-Anwendungen.
„Wir eröffnen unser neues Werk genau zur richtigen Zeit“, sagt Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender von Infineon Technologies. „Mit der Smart Power Fab schaffen wir dringend benötigte Kapazitäten für Schlüsseltechnologien der Zukunft, von der Energieversorgung von KI-Rechenzentren über software-definierte Fahrzeuge bis hin zu erneuerbaren Energien. Infineon setzt damit einen wichtigen Impuls, um die globale KI-Revolution zu ermöglichen und Lieferketten in kritischen Industrien abzusichern. Wir festigen mit diesem Schritt unsere globale Spitzenposition als führender Hersteller von Leistungshalbleitern und Analog/ Mixed-Signal-Technologien.“
Infineon setzt auf Digitalisierung für schnelleren Produktionshochlauf
Ein zentrales Merkmal der neuen Fertigung ist ihr hoher Digitalisierungsgrad. Bereits während der Planung setzte Infineon auf digitale Zwillinge, um Gebäude und Produktionsanlagen optimal auszulegen. Beim Hochlauf unterstützen KI-Algorithmen die Freigabe von Anlagen und Fertigungsprozessen. Gleichzeitig arbeitet die neue Fabrik eng mit dem Infineon-Standort im österreichischen Villach zusammen. Im Konzept einer „One Virtual Fab“ lassen sich Prozesse und Produkte standortübergreifend qualifizieren, wodurch sich neue Produktionskapazitäten deutlich schneller hochfahren lassen. Nach Angaben des Unternehmens kann der Kapazitätsausbau dadurch doppelt so schnell erfolgen wie bisher und flexibel an die Marktnachfrage angepasst werden.
Dresden stärkt mit Infineon seine Rolle als europäischer Halbleiterstandort
Mit der Erweiterung baut Infineon seine Position in Dresden weiter aus. Der Standort gilt bereits heute als weltweit führendes Zentrum für Leistungshalbleiter und Analog/Mixed-Signal-Technologien. Gleichzeitig stärkt die Investition den Halbleitercluster „Silicon Saxony“, in dem inzwischen mehr als 80.000 Menschen beschäftigt sind. Neben den 1.000 neuen Arbeitsplätzen bei Infineon erwartet das Unternehmen zusätzliche Beschäftigungseffekte im regionalen Zuliefer- und Dienstleistungsumfeld. Studien zufolge entstehen für jeden Arbeitsplatz im Reinraum sechs weitere Arbeitsplätze im Umfeld.
Nachhaltigkeit ist Bestandteil der neuen Infineon-Fertigung
Neben zusätzlichen Produktionskapazitäten investiert Infineon auch in eine ressourcenschonende Fertigung. Die „Smart Power Fab“ kommt ohne Erdgas aus und setzt auf moderne Energie- und Wasserkonzepte. Durch geschlossene Kreislaufsysteme sollen künftig rund 90 Prozent des eingesetzten Wassers wiederverwendet werden. Darüber hinaus plant das Unternehmen, bis zu 45 Prozent der eingesetzten Energie zurückzugewinnen. Damit verbindet Infineon den Ausbau seiner Halbleiterfertigung mit Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz.