Der Branchenverband Bitkom schaut optimistisch in das Jahr 2026. Denn während viele Branchen mit schwacher Nachfrage ringen, zeigt sich die Digitalwirtschaft robust. Der Markt für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) wird voraussichtlich im Jahr 2026 um 4,4 Prozent auf 245,1 Milliarden Euro wachsen, vor allem angetrieben von Software und digitalen Infrastrukturen. „In Zeiten anhaltender Konjunkturschwäche, hoher Kosten und geopolitischer Spannungen zeigt sich die Digitalwirtschaft widerstandsfähig. Das aktuelle Wachstum in Markt und Beschäftigung ließe sich verdoppeln, würden die Rahmenbedingungen stimmen. 2026 muss zum Jahr des Durchbruchs in der Digitalpolitik werden“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Wir müssen weg von Überregulierung und Bürokratie, hin zu schnellen Genehmigungen, praxistauglichen Regeln und einer echten digitalen Verwaltung, die den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Unternehmen dient, statt ihnen Nerven und Ressourcen zu rauben. Wer Digitalisierung will, muss sie möglich machen, bei Netzen und Rechenzentren ebenso wie bei Plattformen, künstlicher Intelligenz oder in der Datenwirtschaft.“
Digitalwirtschaft: Software-Umsätze legen mehr als zehn Prozent zu
Die Informationstechnik bleibt das Zugpferd der Digitalwirtschaft. Im Jahr 2026 soll der Umsatz in diesem Segment auf 170 Milliarden Euro anwachsen, was einem Anstieg um 5,8 Prozent entspricht. Besonders stark wächst das Geschäft mit Software, das ein Plus von 10,2 Prozent auf 58,3 Milliarden Euro verzeichnet. Einen erheblichen Anteil am Software-Wachstum hat der Bereich Cloud-Anwendungen. Allein mit Software für öffentliche Cloud-Infrastrukturen wird ein Umsatz von 38,3 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Zuwachs von 16,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Obwohl der KI-Markt derzeit noch vergleichsweise klein ist, wächst er rasant. Für 2026 rechnet Bitkom mit einem Umsatz von 4,1 Milliarden Euro, ein Plus von 61 Prozent. Bereits im Vorjahr lag das Wachstum bei 62 Prozent.
Auch das Geschäft mit IT-Dienstleistungen entwickelt sich positiv. Die Umsätze steigen um 3,5 Prozent auf 54,3 Milliarden Euro. Cloudbasierte Services machen davon mit 35,7 Milliarden Euro etwa zwei Drittel aus. Der Markt für IT-Hardware erreicht 2026 ein Volumen von 57,4 Milliarden Euro, ein Wachstum um 3,9 Prozent. „Cloud und KI verändern die Software- und Service-Märkte grundlegend und werden immer mehr zum Standard für Unternehmen aller Branchen“, so Bitkom-Präsident Wintergerst. Im Teilsegment Telekommunikation wird ein moderates Umsatzwachstum erwartet. Die Branche wächst 2026 voraussichtlich um 1,2 Prozent auf 75,1 Milliarden Euro. Während Telekommunikationsdienste zulegen, geht das Geschäft mit Endgeräten leicht zurück.
Investitionsbereitschaft bleibt hoch
Die Investitionsneigung innerhalb der Digitalwirtschaft bleibt stabil. Etwa 22 Prozent der ITK-Unternehmen planen, ihre Investitionen im Vergleich zum Vorjahr zu erhöhen, 58 Prozent wollen das Niveau halten. Schwerpunkte liegen auf Software, Forschung und Entwicklung sowie auf der Modernisierung der Infrastruktur. Trotz stabiler Wachstumszahlen zeigt der Bitkom-Ifo-Digitalindex für Ende 2025 ein gemischtes Bild. Mit minus vier Punkten liegt er zwar unter der Nulllinie, jedoch klar über dem allgemeinen ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland. Dieser notierte bei minus 8,5 Punkten.
Internationale Perspektive auf die Digitalwirtschaft
Weltweit wächst der Markt für IT und Telekommunikation 2026 um 6,4 Prozent auf 5,7 Billionen Euro. Die USA bleiben mit einem Marktanteil von 41 Prozent führend, Deutschland liegt mit einem Anteil von 3,9 Prozent im Mittelfeld. Im internationalen Vergleich liegt das deutsche Wachstum mit 4,4 Prozent unter dem globalen Durchschnitt.