Erneuerbare Energien stehen zunehmend im Mittelpunkt der weltweiten Energieversorgung. Welche Technologien den Wandel vorantreiben und wie sich ein klimafreundliches Energiesystem zuverlässig betreiben lässt, zeigte „The smarter E Europe 2026“ in München. Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft brachte an drei Tagen 2.650 Aussteller aus 52 Ländern sowie rund 105.000 Fachbesucher aus 163 Nationen zusammen. Im Mittelpunkt standen marktreife Lösungen für eine Energieversorgung, die auf erneuerbaren Energien, Digitalisierung, Speichern und intelligenter Vernetzung basiert. Während der Messe standen Innovationen ebenso im Fokus wie konkrete Anwendungen für Industrie, Energieversorger und Kommunen. Nach Angaben der Veranstalter kamen mehr als zwei Drittel der Aussteller aus dem Ausland. Die hohe internationale Beteiligung unterstreicht die wachsende Bedeutung erneuerbarer Energien für die globale Energieversorgung.
Erneuerbare Energien treiben die Transformation voran
Die Messe machte deutlich, dass die technologischen Voraussetzungen für ein erneuerbares Energiesystem heute weitgehend vorhanden sind. Unternehmen präsentierten Lösungen für Photovoltaik, Batteriespeicher, virtuelle Kraftwerke, intelligente Netz- und Laststeuerung, Ladeinfrastruktur sowie digitale Plattformen zur Steuerung von Energieflüssen.
Markus Elsässer, Gründer und Geschäftsführer der Solar Promotion, erklärt: „Fossile Energien sind ein Auslaufmodell, den Erneuerbaren gehört ganz klar die Zukunft. An den drei Messetagen haben wir mit praktischen Beispielen und wissenschaftlichen Fakten belegt, dass sie für Zuverlässigkeit, Resilienz und Effizienz stehen und wirtschaftlich vernünftig sind. Deshalb müssen wir den Weg in eine erneuerbare Zukunft konsequent weitergehen. Ein Zurück darf es nicht geben.“
Flexibilität wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Sonderschau „Renewables 24/7 - Secure Energy for a Changing World“. Dort wurde gezeigt, wie sich ein Energiesystem auf Basis erneuerbarer Energien durch intelligente Vernetzung stabil und wirtschaftlich betreiben lässt. Im Mittelpunkt standen flexible Verbraucher, Batteriespeicher, digitale Steuerungssysteme sowie Elektrofahrzeuge, die künftig auch als mobile Energiespeicher genutzt werden können. Das Zusammenspiel dieser Technologien soll dazu beitragen, Strom dann zu speichern oder zu nutzen, wenn ausreichend erneuerbare Energie verfügbar ist.
Bastian Gierull, Geschäftsführer von Octopus Energy Germany, betont, dass die Energiewende vor allem intelligente Flexibilität erfordere. Nur wenn Strom bedarfsgerecht gespeichert, gesteuert und genutzt werde, lasse sich ein bezahlbares und gleichzeitig netzdienliches Energiesystem realisieren. Eine wichtige Rolle komme dabei künftig auch bidirektional ladenden Elektrofahrzeugen zu.
Erneuerbare Energien stärken Wirtschaft und Versorgungssicherheit
Neben dem Klimaschutz rückten wirtschaftliche und geopolitische Aspekte stärker in den Vordergrund. Nach Angaben der Veranstalter wird in Deutschland bereits rund 60 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt. Gleichzeitig belaufen sich die jährlichen Ausgaben für den Import fossiler Energieträger auf rund 80 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund gewinnen Versorgungssicherheit, Resilienz und wirtschaftliche Unabhängigkeit zunehmend an Bedeutung. Erneuerbare Energien gelten deshalb nicht mehr ausschließlich als Instrument des Klimaschutzes, sondern auch als wichtiger Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Energiesouveränität.
Energiewende: Neue wirtschaftliche Perspektiven durch erneuerbare Energien
Auch die wirtschaftlichen Chancen der Energiewende spielten auf der Messe eine zentrale Rolle. Diskutiert wurden unter anderem neue Geschäftsmodelle, digitale Dienstleistungen sowie die zunehmende Sektorenkopplung zwischen Strom, Wärme und Mobilität. Eine Paneldiskussion beschäftigte sich mit der Frage, welche gesellschaftlichen Hürden den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien bremsen könnten. Das Fazit der Teilnehmer fiel eindeutig aus: Technologische Lösungen stehen heute zur Verfügung. Entscheidend seien nun verlässliche politische Rahmenbedingungen und langfristige Investitionssicherheit.
Die Bedeutung der Energiewende wurde auch durch die Teilnahme hochrangiger Vertreter aus Politik und Behörden unterstrichen. Im Mittelpunkt standen dabei Themen wie industrielle Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und die Sicherung von Arbeitsplätzen.
Messe sendet deutliches Signal an die Branche
„The smarter E Europe 2026“ zeigte, dass erneuerbare Energien längst den Schritt von der Zukunftstechnologie zum tragenden Bestandteil moderner Energiesysteme vollzogen haben. Photovoltaik, Energiespeicher, intelligente Netze, Elektromobilität und digitale Plattformen bilden zunehmend ein integriertes Gesamtsystem.
Mit der hohen internationalen Beteiligung, einer großen Zahl marktreifer Lösungen und dem Fokus auf Flexibilität und Digitalisierung setzte die Messe ein deutliches Signal für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien und deren Rolle als Grundlage einer sicheren, wirtschaftlichen und nachhaltigen Energieversorgung.