Zusammenarbeit zielt auf standardisierte Infrastruktur im IEC-Markt ab
Rechenzentrums-Infrastruktur: Siemens und Rittal bauen Partnerschaft für skalierbare Stromverteilung aus
Montag, 30. März 2026
| Redaktion
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Rechenzentrums-Infrastruktur: Neue Anwendungen durch aufeinander abgestimmte Komponenten von Siemens und Stromverteilungs-Plattformen „wie RiLineX“ von Rittal Energy & Power Solutions
Neue Anwendungen durch aufeinander abgestimmte Komponenten von Siemens und Stromverteilungs-Plattformen „wie RiLineX“ von Rittal Energy & Power Solutions, Bild: Rittal

Siemens und Rittal intensivieren ihre Zusammenarbeit mit dem Ziel, Lösungen für die Rechenzentrums-Infrastruktur weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen Konzepte für eine effizientere Energieverteilung, die steigenden Leistungsanforderungen insbesondere durch KI-Anwendungen Rechnung tragen. Gleichzeitig adressiert die Partnerschaft den Bedarf an standardisierten Ansätzen, um den Ausbau von Rechenzentren zu beschleunigen und Betriebsprozesse zu vereinfachen.

Rechenzentrums-Infrastruktur unter steigenden Leistungsanforderungen

Die Anforderungen an die Rechenzentrums-Infrastruktur verändern sich durch KI-Anwendungen deutlich. Bereits heute erreichen einzelne Racks Leistungswerte von 100 Kilowatt und mehr. Perspektivisch könnte sich die Leistungsdichte bis zum Jahr 2030 auf über ein Megawatt erhöhen. Damit steigen die Anforderungen an Energieverteilung, Kühlung und Wärmerückgewinnung. Vor diesem Hintergrund bündeln Siemens und Rittal ihre Kompetenzen in der Energieverteilung und Systemintegration. Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die sowohl leistungsfähig als auch standardisierbar sind und sich in bestehende sowie neue Rechenzentrumsstrukturen integrieren lassen.

Standardisierte Lösungen für die Rechenzentrums-Infrastruktur

Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf der Entwicklung standardisierter Systeme für die Energieverteilung im IEC-Markt. Diese sollen dazu beitragen, den Aufbau von Hochleistungs-Rechenzentren zu beschleunigen und die sogenannte Time-to-Compute zu verkürzen. „Mit Siemens verbindet uns eine langjährige Zusammenarbeit in zahlreichen Feldern. Wir sind stolz, die Kooperation auf die nächste Stufe zu heben. Beide Unternehmen treibt der Wille zur Innovation“, betont Prof. Dr. Friedhelm Loh, Inhaber und Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group. 

Modulare Stromversorgung im White Space

Zu den ersten konkreten Entwicklungen gehört eine „Sidecar“-Applikation der nächsten Generation. Diese wird direkt im White Space eines Rechenzentrums integriert, also in dem Bereich, in dem Server und Speichersysteme betrieben werden. Das Konzept basiert auf einem separaten Power-Rack, das mehrere Serverschränke versorgt. Durch die Bündelung der Leistungselektronik entsteht eine strukturierte und skalierbare Stromversorgung. Standardisierte Schnittstellen sowie modulare Komponenten ermöglichen eine schnelle Implementierung und einen stabilen Betrieb auch bei steigenden Leistungsanforderungen.

Partnerschaft für skalierbare Energieverteilung

Auch aus Sicht von Siemens steht die Skalierbarkeit der Rechenzentrums-Infrastruktur im Mittelpunkt. „Um das rasante KI-Wachstum zu ermöglichen, benötigen wir zügig intelligente, zuverlässige und skalierbare Stromversorgungslösungen für Rechenzentren. In Kombination mit unseren innovativen elektrischen Produkten und Lösungen ist Rittal ein idealer Partner, wenn es um Tempo und Standardisierung bei Infrastruktur geht“, erklärt Andreas Matthé, CEO Electrical Products bei Siemens Smart Infrastructure. Ergänzend arbeiten beide Unternehmen an weiteren Projekten, darunter standardisierte Niederspannungsverteilungen für modulare und containerisierte Rechenzentren sowie Lösungen zur Verbesserung von Betriebs- und Personensicherheit. Erste Anwendungen befinden sich bereits in der Umsetzung.

Technologische Basis der Rechenzentrums-Infrastruktur

Die Umsetzung der Lösungen basiert auf abgestimmten Komponenten beider Partner. Dazu zählen Systeme zur Energieverteilung von Siemens sowie Plattformen wie „RiLineX“ und „Ri4Power“ von Rittal. Diese Kombination soll eine durchgängige Integration ermöglichen und die Grundlage für standardisierte Infrastrukturen schaffen. Langfristig planen Siemens und Rittal, die Zusammenarbeit über den Rechenzentrumsbereich hinaus auszubauen und weitere Anwendungen zu erschließen.

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