Der Einsatz humanoider Roboter gewinnt für die Industrie zunehmend an Bedeutung. Nach den Ergebnissen des aktuellen Automatica Trendindex sehen 82 Prozent der befragten Industrieentscheider humanoide Robotik als Innovationstreiber der Automatisierung und sprechen sich für eine stärkere Entwicklung entsprechender Technologien in Deutschland aus. Gleichzeitig betrachten 78 Prozent den Einsatz von künstlicher Intelligenz in Robotik und Automatisierung als unverzichtbar für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung von 100 Fach- und Führungskräften, die in ihren Unternehmen über den Einsatz von Robotik und Automatisierung entscheiden.
Humanoide Robotik gewinnt an Bedeutung
Die Studie zeigt, dass humanoide Roboter längst nicht mehr ausschließlich als Zukunftsvision wahrgenommen werden. Bereits 85 Prozent der Befragten sehen sie als sinnvolle Ergänzung für industrielle Fertigungsprozesse. Gleichzeitig geben 68 Prozent an, dass sich die Technologie derzeit noch überwiegend in Pilotprojekten befindet und bislang nur vereinzelt produktiv eingesetzt wird.
Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Robotik + Automation, verweist auf die internationale Entwicklung: „China setzt seit Jahren sehr konsequent auf eine nationale Robotik-Strategie, um die Chancen moderner Automation systematisch zu nutzen. Der jüngst von Peking vorgestellte Fünfjahresplan stellt intelligente Robotik jetzt ins Zentrum der Entwicklungsziele. Mit den humanoiden Robotern wird dabei ein neues Kapitel aufgeschlagen: Ziel ist es, eine ‚embodied intelligence‘ zu entwickeln, bei der KI-Software mit physischer Robotik vernetzt wird. Geplant sind ganz neue praktische Anwendungen von KI für die Automation in Industrie und Wirtschaft."
KI und Robotik stärken die Wettbewerbsfähigkeit
Neben humanoiden Robotern rückt der Trendindex insbesondere die Verbindung von Künstlicher Intelligenz und Robotik in den Fokus. Die große Mehrheit der Befragten sieht darin einen entscheidenden Faktor, um die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland langfristig zu sichern. Humanoide Plattformen verbinden klassische Disziplinen des Maschinenbaus mit moderner Sensorik, intelligenter Steuerungstechnik und KI-basierter Software-Entwicklung. Voraussetzung für sogenannte Physical AI sind umfangreiche und qualitativ hochwertige Fertigungsdaten, die über Sensoren erfasst und für lernfähige Systeme nutzbar gemacht werden.
Deutschland verfügt über gute Voraussetzungen
Nach Einschätzung der Studienautoren verfügt Deutschland über gute Voraussetzungen, um bei der Entwicklung humanoider Robotik eine wichtige Rolle einzunehmen. Moderne Produktionsstandorte liefern die notwendigen Daten für KI-Anwendungen, gleichzeitig gehört Deutschland bei der Roboterdichte weltweit zur Spitzengruppe. Mit 449 installierten Industrierobotern je 10.000 Beschäftigte belegt Deutschland nach Angaben der International Federation of Robotics (IFR) weltweit Rang drei, hinter Südkorea und Singapur.
Automatica 2027 rückt Physical AI in den Mittelpunkt
Die zunehmende Bedeutung humanoider Robotik wird sich auch auf der Automatica 2027 widerspiegeln. Nach Angaben der Veranstalter zählen Physical AI und humanoide Roboter zu den Schwerpunktthemen der kommenden Messe. Anja Schneider, Exhibition Director der Automatica, erklärt: „Sicherlich ist humanoide Robotik ein besonders eingängiges Beispiel für Physical AI, denn hier interagiert KI in menschenähnlicher Gestalt mit der realen Welt. Schon jetzt können wir sagen, dass Physical AI und humanoide Robotik die Top-Themen auf der Automatica 2027 sein werden.“
Humanoide Robotik entwickelt sich zum strategischen Zukunftsthema
Die Ergebnisse des Automatica Trendindex verdeutlichen, dass humanoide Robotik in der Industrie zunehmend als Schlüsseltechnologie wahrgenommen wird. Während viele Anwendungen noch in der Erprobungsphase sind, sehen Unternehmen bereits heute großes Potenzial für die industrielle Automatisierung. Mit der engen Verbindung von künstlicher Intelligenz, Sensorik und Robotik rückt Physical AI immer stärker in den Mittelpunkt zukünftiger Automatisierungslösungen.