Deutsche Elektroindustrie: Noch keine Auftragserholung im Mai 2024

Erneuter Umsatzrückgang in der deutschen Elektroindustrie im Mai 2024

Auch im Mai 2024 verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie einen Rückgang bei den Bestellungen. „Die Auftragseingänge lagen erneut um 11,5 Prozent unterhalb ihres Vorjahreswerts, eine Erholung der Bestelltätigkeit lässt also noch weiter auf sich warten“, erklärt ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Dabei fiel das Minus bei den Inlandsorders mit fast 15 Prozent höher aus als bei den Bestellungen ausländischer Kunden mit rund neun Prozent. Aus der Eurozone gingen im Mai acht Prozent weniger neue Aufträge ein als im gleichen Vorjahresmonat. Die Bestellungen aus Drittländern reduzierten sich um neun Prozent.

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres verfehlten die Auftragseingänge der deutsche Elektroindustrie ihren entsprechenden Vorjahreswert insgesamt um mehr als elf Prozent. Auch hier war der Rückgang der Bestellungen aus dem Inland mit 14,5 Prozent ausgeprägter als der aus dem Ausland mit knapp neun Prozent. Die Aufträge aus dem Euroraum und aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums fielen zwischen Januar und Mai 7,5 bzw. neun Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor.

Produktion in der deutschen Elektroindustrie sinkt um 16 Prozent

Die um Preiseffekte bereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter in Deutschland sank im Mai 2024 um rund 16 Prozent gegenüber Vorjahr. „Allenfalls ein geringer Teil dieses Rücksetzers lässt sich mit weniger Arbeitstagen erklären“, so Gontermann. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres verfehlte der aggregierte Branchenoutput sein Vorjahreslevel um knapp zehn Prozent.
Die nominalen Erlöse der deutschen Elektro- und Digitalindustrie kamen im Mai 2024 auf 17,2 Milliarden Euro, womit sie um circa 13 Prozent niedriger lagen als vor einem Jahr. Der Inlandsumsatz fiel im Mai um 15,5 Prozent auf acht Milliarden Euro, der Auslandsumsatz gab um 10,5 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro nach. Hier entfielen 3,2 Milliarden Euro auf das Geschäft mit Partnern aus dem Euroraum, ein Rückgang um 13,5 Prozent. Die Erlöse mit Drittländern erreichten sechs Milliarden Euro, ein Minus von fast neun Prozent.

Branchenumsatz bis Mai liegt bei 91,4 Milliarden Euro

Im Gesamtzeitraum von Januar bis Mai 2024 gab der aggregierte Branchenumsatz um 7,2 Prozent gegenüber Vorjahr auf 91,4 Milliarden Euro nach. Davon wurden 43,8 Milliarden Euro mit inländischen und 47,6 Milliarden Euro mit ausländischen Kunden erzielt. Mit Partnern aus der Eurozone wurden 17,3 Milliarden Euro umgesetzt und mit Kunden aus anderen Währungsgebieten 30,3 Milliarden Euro.

34.000 Beschäftigte in Kurzarbeit

Während sich die Produktionspläne im Juni 2024 so gut wie nicht geändert haben, fielen die Beschäftigungspläne etwas weniger ungünstig aus als noch im Mai. Zuletzt waren 901.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie tätig, 34.000 davon sind derzeit in Kurzarbeit. „Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie blieb im Juni 2024 nahezu unverändert“, sagt Gontermann. „Sowohl die aktuelle Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen wurden nur geringfügig ungünstiger beurteilt als noch im Mai. Auch die Exporterwartungen veränderten sich im Juni kaum.“