Die Integration von Physical AI in industrielle Anwendungen eröffnet neue Möglichkeiten für die Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Beckhoff zeigt auf der Hannover Messe 2026, wie sich Large Language Models direkt mit Steuerungstechnik verbinden lassen, um Bewegungsabläufe in Echtzeit zu beeinflussen und Automatisierungsprozesse flexibler zu gestalten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich natürliche Sprache als Schnittstelle zur Maschinensteuerung nutzen lässt.
Physical AI verbindet KI und Steuerungstechnik
Mit Physical AI wird ein Ansatz verfolgt, bei dem KI-Modelle direkt mit deterministischen Steuerungssystemen gekoppelt werden. Maschinen reagieren dadurch nicht mehr ausschließlich auf fest definierte Befehle, sondern können kontextbezogen agieren. Beckhoff demonstriert, wie sich diese Verbindung über standardisierte Schnittstellen realisieren lässt. Large Language Models greifen dabei direkt auf Steuerungsfunktionen zu und beeinflussen reale Bewegungen.
Sprachgesteuerte Bewegungsabläufe
Ein erstes Anwendungsszenario zeigt eine kompakte Demozelle mit dem Planarmotorantriebssystem „XPlanar“, dem KI-Tool „TwinCAT CoAgent“ sowie einem Audio-Interface. Bewegungen lassen sich per Sprache auslösen, wodurch sich die Interaktion mit Maschinen deutlich vereinfacht. Die schwebenden Transporteinheiten reagieren auf gesprochene Befehle und führen entsprechende Bewegungssequenzen aus. Komplexe Abläufe werden so ohne klassische Programmierung zugänglich.
Skalierung von Physical AI auf industrielle Anwendungen
Auf der Hannover Messe überträgt Beckhoff das Konzept in eine umfassendere Anwendung. Der Industrieroboter „ATRO“ wird über den „TwinCAT CoAgent for Operations“ sprachbasiert gesteuert. Das zugrunde liegende Model Context Protocol ermöglicht es, Sprache in konkrete Maschinenbefehle zu übersetzen. Gleichzeitig übernimmt das System Aufgaben wie Bahnplanung und Diagnose. Ein Demonstrationsszenario veranschaulicht dies anhand einer interaktiven Anwendung, bei der das System gegen Messebesucher Schach spielt.
Physical AI entlang des gesamten Maschinenlebenszyklus
Bereits verfügbare Software-Lösungen wie „TwinCAT CoAgent“ und „TwinCAT Machine Learning Creator“ bilden die Grundlage für den Einsatz von Physical AI. Sie unterstützen sowohl das Engineering als auch den laufenden Betrieb. Von der automatisierten Code-Erstellung bis zur Fehleranalyse entstehen durchgängige Workflows, die den Einsatz von KI in der Automatisierung vereinfachen.
„Wir bringen die KI aus den Chat-Fenstern direkt in die Maschine und ermöglichen Sprachmodellen durch neue Standards wie MCP den Zugriff auf die reale Steuerungswelt“, ordnet Hans Beckhoff, geschäftsführender Inhaber von Beckhoff, die aktuelle Entwicklung ein. „Technische Erfindungen bestimmen seit jeher die Entwicklung der Gesellschaft. Künstliche Intelligenz und Physical AI werden diese Rolle mit derselben Tragweite übernehmen wie einst Dampfmaschine und Elektrizität.“
Mit Physical AI zeigt Beckhoff einen Ansatz, der klassische Automatisierung um neue Interaktionsmöglichkeiten erweitert. Die direkte Kopplung von KI und Steuerungstechnik ermöglicht flexiblere Prozesse und reduziert den Aufwand für Programmierung und Bedienung. Sie finden Beckhoff auf der Hannover Messe 2026 in Halle 27 am Stand G56.