Optimierungspotenziale identifizieren, Lastspitzen vermeiden und nachhaltige Produktionsstrategien umsetzen
Mit datenbasiertem Energiemanagement die Energieeffizienz gezielt steigern
Freitag, 29. Mai 2026
| Redaktion
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Datenbasiertes Energiemanagement steigert die Effizienz in der Prozessindustrie, beispielsweise über das Abfedern von Lastspitzen
Datenbasiertes Energiemanagement steigert die Effizienz in der Prozessindustrie, beispielsweise über das Abfedern von Lastspitzen, Bild: Adobe Stock - 750999175

Die Prozessindustrie steht unter erheblichem Transformationsdruck. Steigende Energiekosten, ambitionierte Dekarbonisierungsziele, regulatorische Anforderungen sowie volatile Märkte erhöhen den Bedarf an effizienten und flexiblen Produktionsprozessen. Gleichzeitig müssen Unternehmen Versorgungssicherheit, Produktqualität und Wirtschaftlichkeit sicherstellen. Besonders in energieintensiven Produktionsumgebungen wird deutlich: Nachhaltigkeit, Energiemanagement und Wettbewerbsfähigkeit lassen sich künftig nur gemeinsam denken.

Die Dekarbonisierung entwickelt sich dabei zunehmend zu einem strategischen Faktor für Investitionsentscheidungen, Lieferketten und Marktpositionierung. Gerade die Prozessindustrie, beispielsweise im Bereich Lebensmittel, Chemie und Pharma, steht vor besonderen Herausforderungen. Produktionsprozesse erfordern hohe Energiemengen, komplexe Reaktionsabläufe und präzise Prozessbedingungen. Viele Anlagen basieren zudem auf historisch gewachsenen Infrastrukturen, die nur begrenzte Transparenz über Energie- und Ressourcenverbräuche bieten.

Vor allem mittelständische Unternehmen tun sich häufig schwer, geeignete Strategien für eine nachhaltigere Produktion umzusetzen. Fehlende Transparenz bei Energiedaten und heterogene Systemlandschaften erschweren es, Energieflüsse und Verbräuche ganzheitlich zu analysieren und gezielt zu optimieren. Gleichzeitig steigt der Druck, Emissionen zu reduzieren und Produktionsprozesse flexibler zu gestalten.

Energiemanagement schafft Transparenz entlang der Wertschöpfung

Eine zentrale Voraussetzung für energie- und ressourceneffiziente Produktion ist die Verfügbarkeit konsistenter Energie- und Produktionsdaten. Erst wenn Informationen aus Produktion, Energieversorgung und Infrastruktur zentral zusammengeführt werden, lassen sich Prozesse ganzheitlich überwachen und optimieren.

Digitale Plattformen ermöglichen es, Energieflüsse, Energieverbräuche, Emissionen und Produktionsdaten in Echtzeit zu erfassen und transparent darzustellen. Sie schaffen damit die Grundlage für ein datenbasiertes Energiemanagement. Doch die reine Datenerhebung allein reicht nicht aus. Entscheidend ist die Fähigkeit, Informationen aus unterschiedlichen Bereichen in einen gemeinsamen Kontext zu bringen.

Erst durch die Kontextualisierung von Produktions-, Energie- und Infrastrukturdaten entsteht Transparenz über tatsächliche Zusammenhänge innerhalb der Wertschöpfung. Unternehmen erhalten dadurch die Möglichkeit, Energieverbräuche einzelnen Prozessen, Produkten oder Chargen zuzuordnen, Ineffizienzen sichtbar zu machen und Optimierungspotenziale gezielt zu identifizieren. Gleichzeitig entstehen belastbare Energiekennzahlen, die als Grundlage für kontinuierliche Verbesserungsprozesse dienen.

Gerade in der Prozessindustrie ist diese ganzheitliche Sicht entscheidend. Produktionsprozesse sind komplex, stark miteinander vernetzt und häufig von zahlreichen Abhängigkeiten geprägt. Datenbasierte Systeme helfen dabei, diese Zusammenhänge sichtbar zu machen und fundierte Entscheidungen zu ermöglichen. Trendanalysen und historische Daten unterstützen Unternehmen zusätzlich dabei, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Energieverluste zu reduzieren und Prozesse effizienter zu steuern. Dadurch lassen sich nicht nur Emissionen senken, sondern auch Produktivität und Wirtschaftlichkeit verbessern.

ISO 50001 und Lastmanagement unterstützen kontinuierliche Optimierung

Moderne Energiemanagement-Systeme unterstützen Unternehmen zudem bei der Umsetzung normativer Anforderungen. Die Energiemanagement-Anwendungen in der Software-Plattform Zenon von Copa-Data können ohne Programmierkenntnisse angepasst und um neue Datenquellen erweitert werden. Individuell definierte Verbrauchsdaten lassen sich einfach erfassen, verarbeiten und in Dashboards oder Reports integrieren. Für die Berichterstellung stehen Vorlagen zur Verfügung, die flexibel angepasst werden können. Templates für Energiemanagement-Systeme nach ISO 50001 sind bereits enthalten. Dadurch lassen sich Optimierungsprozesse gemäß dem PDCA-Zyklus effizient unterstützen und kontinuierlich weiterentwickeln. So entsteht ein flexibles und wirtschaftliches Energiemanagement.

Zur Vermeidung von Lastspitzen berechnet Zenon kontinuierlich Verbrauchsprognosen. Werden kritische Grenzwerte erreicht, gibt das System frühzeitig Empfehlungen für manuelle oder automatische Eingriffe in die Energieversorgung. Dadurch lassen sich Lastspitzen reduzieren, Energiekosten senken und Produktionsprozesse besser mit der verfügbaren Energie abstimmen.

Automatisierung steigert Effizienz und Stabilität

Neben der Datentransparenz gewinnt die Automatisierung zunehmend an Bedeutung. Automatisierte Prozesse ermöglichen eine präzise Steuerung von Produktionsabläufen und unterstützen Unternehmen dabei, Ressourcen effizienter einzusetzen. In der Chemie- und Pharmaindustrie ist dies besonders relevant, da Produktionsprozesse häufig unter exakt definierten Bedingungen ablaufen müssen. Moderne Leit- und Automatisierungssysteme unterstützen dabei, Prozesse stabil zu halten, Verbräuche zu optimieren und gleichzeitig hohe Qualitätsanforderungen einzuhalten. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels gewinnen intuitive Bedienkonzepte und modulare Automatisierungslösungen zusätzlich an Bedeutung. Sie erleichtern die Einarbeitung neuer Mitarbeitender, reduzieren die Komplexität im Betrieb und sichern langfristig Wissen im Unternehmen.

Darüber hinaus lassen sich Energie- und Medienverbräuche gezielter steuern. Energie entwickelt sich dabei zunehmend vom reinen Kostenfaktor zu einem aktiv steuerbaren Produktionsparameter. Die Verknüpfung von Produktions- und Energiedaten ermöglicht es, Energieeffizienz bereits bei operativen Entscheidungen zu berücksichtigen und Prozesse entsprechend auszurichten. Produktionsabwärme kann beispielsweise für andere Prozesse genutzt oder die Energieversorgung stärker mit der Produktion verknüpft werden. Damit wird die Digitalisierung zu einem zentralen Hebel für eine nachhaltigere Produktion.

Offene Systeme ermöglichen flexible Transformation

Die Unsicherheit über zukünftige regulatorische und technologische Entwicklungen stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Investitionen müssen langfristig tragfähig bleiben und gleichzeitig genügend Flexibilität für zukünftige Anforderungen bieten. Entscheidend sind deshalb offene, interoperable und skalierbare Systeme. Viele Produktionsumgebungen in der Prozessindustrie bestehen aus heterogenen Strukturen mit unterschiedlichen Steuerungen, Kommunikationsprotokollen und Softwarelösungen. Offene Plattformen ermöglichen die Integration dieser Systeme und schaffen die Grundlage für eine schrittweise Modernisierung bestehender Anlagen.

Auch Modularisierung kann Unternehmen dabei unterstützen, Produktionsumgebungen flexibler zu gestalten und schneller auf neue Anforderungen zu reagieren. Im Mittelpunkt steht dabei jedoch nicht die Technologie allein, sondern die Fähigkeit, Daten und Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfung intelligent miteinander zu verknüpfen.

Energiemanagement als Grundlage nachhaltiger Produktion

Für die Prozessindustrie wird datenbasierte Produktion zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Transparente Energiedaten, kontextualisierte Informationen und integrierte Prozesse schaffen die Grundlage, um Energie- und Ressourceneffizienz nachhaltig zu verbessern und die Anforderungen der Dekarbonisierung erfolgreich zu bewältigen. Digitalisierung und Automatisierung entwickeln sich damit zu zentralen Bausteinen einer nachhaltigen Produktion. Unternehmen, die ihre Daten entlang der gesamten Wertschöpfung intelligent nutzen, schaffen nicht nur mehr Transparenz und Effizienz, sondern stärken gleichzeitig ihre Zukunftsfähigkeit in einem zunehmend dynamischen Marktumfeld. Mit Lösungen wie Zenon von Copa-Data können Unternehmen diese Herausforderungen effektiv meistern, indem sie eine flexible und skalierbare Plattform für die Integration und Analyse von Produktions- und Energiedaten bereitstellen.

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