Baumer hat an seinem Hauptsitz in Frauenfeld ein neues Innovationslabor eröffnet. Auf einer Fläche von rund 1.300 Quadratmetern bündelt der Sensorspezialist dort künftig Testläufe und Prüfroutinen für Neuentwicklungen aus seinen internationalen Entwicklungszentren. Ziel ist es, Sensoren unter realitätsnahen Bedingungen an ihre Belastungsgrenzen zu bringen, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und die Zuverlässigkeit der Produkte weiter zu erhöhen. Nach Unternehmensangaben geht die Qualitätsstrategie dabei bewusst über bestehende Normen hinaus. Gemeinsam mit Kunden wurden Prüfstandards entwickelt, die auch extreme Einsatzbedingungen simulieren können.
Im Innovationslabor entstehen neue Maßstäbe für die Sensorprüfung
Rund um die Uhr werden im neuen Testzentrum unterschiedlichste Belastungsszenarien simuliert. Dazu gehören Dichtigkeitstests in einer Wasserschutzkammer, Schockprüfungen auf einer seismischen Testanlage sowie Vibrationstests mit speziellen Shakern. Ergänzt werden diese Verfahren durch Temperaturprüfungen und künstliche Alterungsprozesse in Klimaschränken, um das Langzeitverhalten der Sensoren unter wechselnden Umgebungsbedingungen zu untersuchen.
Leistungsmerkmale stehen bei Sensorprüfung im Fokus
Neben Belastungstests überprüft Baumer auch die funktionalen Eigenschaften seiner Sensoren. Getestet werden unter anderem Linearität, Wiederholgenauigkeit, Auflösung sowie die Messgenauigkeit über den gesamten Temperatur- und Messbereich. Darüber hinaus erfolgen Verifikationstests für Ansprechzeiten, Fremdlichtsicherheit, Robustheit gegenüber gegenseitiger Beeinflussung sowie Eigenschaften wie Spotgrößen oder Schallkeulen.
Outdoor-Anwendungen profitieren von den umfangreichen Prüfverfahren
Die Ergebnisse der Tests kommen insbesondere Anwendungen zugute, bei denen Sensoren dauerhaft extremen Belastungen ausgesetzt sind. Dazu zählen beispielsweise mobile Maschinen sowie Anwendungen in der Bahnindustrie, bei denen präzise Messdaten auch unter schwierigen Umgebungsbedingungen dauerhaft verfügbar sein müssen. „Für sie ist entscheidend, dass die eingesetzten Sensoren auch nach jahrelangem Einsatz präzise Daten liefern, selbst in den anspruchsvollsten Umgebungen. Die Prüfroutinen im Innovationslabor sind ein wichtiger Baustein der Baumer Qualitätsstrategie, um diese Anforderung zu erfüllen“, sagt Wolfgang Wehrle, Entwicklungsleiter bei Baumer.
Qualitätssicherung beginnt lange vor Markteinführung
Mit dem neuen Innovationslabor stärkt Baumer seine Entwicklungs- und Testkapazitäten und schafft die Grundlage, neue Sensorlösungen unter reproduzierbaren Bedingungen zu validieren. Die umfangreichen Prüfverfahren sollen dazu beitragen, Produkte bereits während der Entwicklung kontinuierlich zu optimieren und ihre Zuverlässigkeit für anspruchsvolle Industrieanwendungen sicherzustellen.