Positive Geschäftsentwicklung durch Ausbau von Produktion und Lieferketten
Igus steigert Umsatz 2025 und setzt auf Investitionen für weiteres Wachstum
Mittwoch, 15. April 2026
| Redaktion
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Artur Peplinski, CEO und Sprecher der Geschäftsführung, und Anja Görtz-Olscher, Senior PR Manager bei Igus
Artur Peplinski, CEO und Sprecher der Geschäftsführung, und Anja Görtz-Olscher, Senior PR Manager, im Rahmen der Jahrespressekonferenz von Igus, Bild: EAD-portal.de

Igus hat im Jahr 2025 seinen Umsatz auf 1,155 Millionen Euro gesteigert, was einem Wachstum von 4,4 Prozent entspricht. Die wichtigsten Absatzmärkte sind China, Deutschland und die USA, die zusammen rund 60 Prozent des Geschäfts ausmachen. Trotz globaler Unsicherheiten konnte das Unternehmen seine Marktposition damit weiter festigen. Parallel dazu hat Igus weltweit 124,4 Millionen Euro in den Ausbau von Infrastruktur, Automatisierung und internationalen Standorten investiert. Ziel ist es, Lieferzeiten zu verkürzen, die Produktionskapazitäten zu erhöhen und die Kundennähe in wichtigen Märkten weiter auszubauen. Neben Investitionen in den Standort Köln flossen Mittel auch in Beteiligungen sowie in den Ausbau internationaler Tochtergesellschaften mit neuen Standorten in Australien, Marokko, der Elfenbeinküste und in Lettland. 

Automatisierung als Schlüssel für schnellere Lieferzeiten

Ein zentraler Hebel für Effizienzsteigerungen ist die Automatisierung. Am Hauptsitz in Köln entsteht im Rahmen des Ausbaus ein vollautomatisches Kleinteillager, das bis zu 1.800 Ein- und Auslagerungen pro Stunde ermöglicht und damit die Durchlaufzeiten deutlich reduziert. Ergänzend kommen selbst entwickelte Automatisierungslösungen zum Einsatz, die Mitarbeitende von wiederkehrenden Tätigkeiten entlasten, beispielsweise beim Entladen von Spritzgussmaschinen. Die insgesamt 857 Spritzgussmaschinen am Standort produzieren jährlich mehr als eine Milliarde Bauteile. In Bereichen wie dem Crimpen und Löten konnten durch Automatisierung die Durchlaufzeiten um ein Vielfaches gegenüber manuellen Prozessen verkürzt werden.

Igus baut Forschung und Testkapazitäten aus

Um die Produktqualität weiter zu sichern, hat der Hersteller seine Testkapazitäten ausgebaut. Das unternehmenseigene Testlabor umfasst inzwischen 5.500 Quadratmeter. Eine zusätzliche Fläche von 1.500 Quadratmetern wurde speziell für Dry-Tech Produkte geschaffen und ermöglicht weitere Tests sowie die Entwicklung neuer Werkstoffe. Artur Peplinski, CEO und Sprecher der Geschäftsführung bei Igus, erklärt: „Die Erweiterung unserer Testflächen im Neubau um 1.500 Quadratmeter ausschließlich für unsere dry-tech Produkte schafft die Basis für neue Kapazitäten und Innovationen wie PTFE- und Bisphenol-freie Werkstoffe. Allein die Anzahl der Prüfstände ist um rund 20 Prozent gestiegen und damit auch die Anzahl der Tests von heute 11.000 auf über insgesamt rund 17.000 Tests im Jahr.“

Lokale Produktion erhöht Flexibilität und Kundennähe

Auf globale Marktveränderungen reagiert Igus mit dem Ausbau lokaler Produktionsstrukturen. Zwar erfolgt ein Großteil der Fertigung weiterhin in Deutschland, doch gewinnt die regionale Produktion zunehmend an Bedeutung. So wurden Werke in China, den USA, Polen, der Türkei und Japan erweitert, um näher an den jeweiligen Märkten zu produzieren und logistische Abhängigkeiten zu reduzieren. Durch diese Maßnahmen konnten die Transportvolumina reduziert werden, was sich auch positiv auf die CO2-Bilanz auswirkt. Zusätzlich hat Igus Niederlassungen in Australien, Marokko, der Elfenbeinküste und Lettland gegründet.

Igus setzt auf nachhaltige Produktion und Kreislaufwirtschaft

Nachhaltigkeit bleibt ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Seit 2025 produziert Igus am Standort Köln klimaneutral nach Scope 1 und 2. Gleichzeitig wird die Recyclingplattform „chainge“ weiter ausgebaut, über die bereits 235 Tonnen ausgedienter Energieketten zurückgeführt wurden. Der CEO betont: „Ein wichtiger Fortschritt ist die neue ISO-zertifizierte Validierung, mit der wir die CO2-Einsparungen unseres Energieketten-Recyclings für Kunden transparent nachweisen können.“

Neuentwicklungen und Robotik als Wachstumstreiber bei Igus

Für weiteres Wachstum setzt Igus auf neue Produkte und Technologien. Insgesamt 227 Motion Plastics-Neuheiten werden auf der Hannover Messe 2026 vorgestellt, darunter Lösungen für die Lebensmittelindustrie, Reinraumanwendungen und die E-Mobilität. Besonders im Bereich Low-Cost-Robotik sieht das Unternehmen großes Potenzial. Artur Peplinski macht klar: „Unser Ziel ist die Demokratisierung der Automatisierung. Auch kleine und mittlere Unternehmen mit begrenzten Budgets und wenig Vorerfahrung sollen von den Vorteilen der Automatisierung profitieren.“

Die Online-Plattform „RBTX“ wird daher kontinuierlich ausgebaut und soll künftig als zentrale Plattform für Automationslösungen dienen. Ziel ist es, Anwendern einen einfachen Zugang zu Robotiklösungen zu ermöglichen und Integrationsprozesse zu vereinfachen. In Zukunft sollen nicht nur Komponenten von derzeit über 260 Robotik-Herstellern vermittelt werden. Hier werden Anwender mit passenden Integrationspartnern schnell, transparent und herstellerunabhängig verbunden. Bereits heute bietet die Plattform rund 100 humanoide Robotermodelle von 35 Herstellern an

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