EU-Länder treiben die deutschen Elektroexporte, Ausfuhren in die USA und nach China sinken
Elektroexporte steigen im ersten Halbjahr um 9,3 Prozent
Freitag, 21. August 2026
| Redaktion
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Aktuelle Entwicklung der Elektroexporte und -importe im Juni 2026
Aktuelle Entwicklung der Elektroexporte und -importe im Juni 2026, Bild: ZVEI

Nach Angabe des ZVEI haben die deutschen Elektroexporte im Juni 2026 wertmäßig deutlich zugelegt. Mit 24,5 Milliarden Euro lagen die Ausfuhren 18,3 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Im gesamten ersten Halbjahr stiegen die Exporte der Elektro- und Digitalindustrie um 9,3 Prozent auf 138,5 Milliarden Euro. „Zwar fiel das Exportwachstum im gesamten ersten Halbjahr nur halb so hoch aus wie im Juni. Mit einem Plus von 9,3 Prozent auf insgesamt 138,5 Milliarden Euro war die Entwicklung in diesem aussagekräftigeren Zeitraum aber ebenfalls sehr dynamisch“, erklärt ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.

Auch die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nahmen zu. Im Juni erreichten sie 25,1 Milliarden Euro und damit 20,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für das erste Halbjahr summierten sich die Elektroimporte auf 143,8 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 7,7 Prozent. Das sektorale Handelsdefizit lag damit bei weniger als 5,5 Milliarden Euro und fiel niedriger aus als im ersten Halbjahr 2025.

Elektroexporte in die USA und nach China leicht rückläufig

Die USA blieben im ersten Halbjahr 2026 das wichtigste Abnehmerland der deutschen Elektroindustrie. Die Lieferungen gingen allerdings um 2,1 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro zurück. „Angesichts der kaum mehr ausrechenbaren US-Zoll- bzw. Handelspolitik erscheint dieser Rückgang tatsächlich recht moderat“, sagte Gontermann. China folgte auf Rang zwei. Die Elektroexporte in die Volksrepublik sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,6 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro.

EU-Märkte tragen Wachstum der Elektroexporte

Auf den Positionen drei bis neun der wichtigsten Exportmärkte folgen ausschließlich EU-Staaten. Nach Einschätzung des ZVEI haben diese Märkte das Wachstum im ersten Halbjahr maßgeblich getragen. Die Exporte in die Niederlande erhöhten sich um 14,3 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Nach Frankreich wurden Elektroerzeugnisse im Wert von 8,1 Milliarden Euro geliefert, 12,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders deutlich nahmen die Ausfuhren nach Polen und Tschechien zu. Die Lieferungen nach Polen stiegen um 29,2 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro, nach Tschechien um 30,5 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Italien verzeichnete ein Plus von 16,4 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro, Österreich von 10,8 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro und Spanien von 14 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Rückläufig entwickelten sich dagegen die Exporte nach Großbritannien. Diese sanken um 6,6 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro.

Elektroimporte aus China erreichen 42,8 Milliarden Euro

Auf der Importseite bleibt China mit deutlichem Abstand das wichtigste Lieferland. Im ersten Halbjahr wurden elektrotechnische und elektronische Erzeugnisse im Wert von 42,8 Milliarden Euro aus der Volksrepublik eingeführt. Das waren elf Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Auf Rang zwei folgte Ungarn mit 7,6 Milliarden Euro und einem Rückgang um ein Prozent. Die Importe aus den USA erhöhten sich um 5,4 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Weitere wichtige Lieferländer waren Polen mit 6,8 Milliarden Euro, Tschechien mit 6,6 Milliarden Euro und Taiwan mit 5,4 Milliarden Euro. Dahinter folgten Frankreich, Vietnam, Japan und Malaysia.

Absatzmärkte und Produktionsstandorte unterscheiden sich

Die Ranglisten der wichtigsten Abnehmer- und Lieferländer zeigen unterschiedliche regionale Schwerpunkte. Sieben der zehn größten Exportmärkte der deutschen Elektroindustrie liegen innerhalb der Europäischen Union. Unter den zehn wichtigsten Lieferländern befinden sich dagegen fünf asiatische Staaten. „Hier spiegelt sich dann auch die globale Produktionsstruktur der Branche wider“, so Gontermann. „Denn drei Viertel aller weltweit hergestellten Elektroerzeugnisse kommen heute aus Asien, knapp die Hälfte allein aus China.“

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