Auf der diesjährigen Automatica in München zählt der „munich_i Hightech-Summit“ zu den wichtigsten Programmpunkten. Am 24. Juni 2025 geben internationale Fachleute aus Industrie und Forschung einen Überblick über zukunftsweisende Entwicklungen an der Schnittstelle von Robotik und künstlicher Intelligenz. Die Veranstaltung greift technologische und gesellschaftliche Fragestellungen auf und bietet praxisnahe Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte.
Mensch-Roboter-Interaktion im Wandel
Die erste Session „Autonomy and Interaction in Robotics” beschäftigt sich mit der zunehmenden Autonomie von Robotersystemen und der sicheren Interaktion mit Menschen. Prof. Seth Hutchinson von der amerikanischen Northeastern University beleuchtet sicherheitstechnische Anforderungen für Robotik-Anwendungen im Pflegeumfeld. Prof. Antonio Bicchi von der IIT & Universität Pisa beschreibt die Weiterentwicklung hin zur Mensch-Roboter-Integration. Neue Technologien lassen Roboter dabei zu intelligenten Assistenzsystemen werden, die menschliche Bedürfnisse antizipieren können. Das Honda Research Institute Europe zeigt Roboter mit agentenbasierter Entscheidungsfähigkeit.
Vernetzte Robotik durch 6G
Wie kooperierende Robotersysteme künftig über KI und 6G kommunizieren, steht im Fokus der zweiten Session unter dem Titel „Connectivity in Cooperative Robotics“. Dr. Corina Apachiţe vom Automobilzulieferer Continental Automotive Technologies beschreibt KI-gestützte Assistenzsysteme im Automobilbereich mit dem Ziel eines unfallfreien Verkehrs. Prof. Frank Fitzek von der TU Dresden stellt Ansätze für eine 6G-basierte Netzwerkarchitektur vor, über die Roboter in Echtzeit kommunizieren und Entscheidungen treffen können.
Generative KI als Innovationsmotor der Robotik
Die dritte Session „Generative AI in Robotics and Big Data” widmet sich den Potenzialen generativer KI und deren Anwendung in der Robotik. Dr. Francesco Nori, Leiter von Google Deepmind Robotics präsentiert Entwicklungen zur Integration allgemeiner KI in Robotersysteme. Beiträge von Dr. Franziska Meier (Meta, USA), Dr. Katja Hofmann (Microsoft, UK) und Dr. Yashraj Narang (Nvidia, USA) verdeutlichen, wie KI komplexe Umgebungen und Verhaltensmuster modelliert und lernfähige Roboter voranbringt.
Robotik im Gesundheitswesen: Anwendungen und Grenzen
Einen Ausblick auf den künftigen Einsatz von Robotik in der Medizintechnik gibt die vierte Session unter dem Motto „Future Medical Robotics“. Prof. Pietro Valdastri von der University of Leeds stellt magnetisch gesteuerte Mini-Roboter für minimalinvasive Eingriffe vor. Dr. Chiheb Dahmani von Siemens Healthineers erläutert robotische Assistenzsysteme für die Klinikpraxis, inklusive einer kritischen Einordnung technologischer Grenzen.
Orientierung für Entscheidungsträger aus Technik und Industrie
Für Fach- und Führungskräfte bietet der „munich_i Hightech-Summit“ verlässliche Einordnung aktueller Entwicklungen. Mit der Kombination aus wissenschaftlichem Know-how und industriellen Anwendungsbeispielen liefert die Veranstaltung strategische Impulse für die digitale Transformation in der Robotik.
Hightech-Plattform für Robotik und KI
Der Hightech-Summit ist Teil der Plattform „munich_i“, die zudem die Entwickler-Challenge Robothon und die Innovationsausstellung „AI.Society“ umfasst. Diese bietet Besuchern die Möglichkeit, Robotik-Anwendungen aus den Bereichen Gesundheit, Mobilität und Umwelt direkt zu erleben. Organisiert wird die Veranstaltung vom Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (Mirmi) der TU München. Prof. Lorenzo Masia betont die thematische Breite des Programms: „Wir haben ein Programm zusammengestellt, das zentrale Forschungsthemen der KI und Robotik beleuchtet und einen Einblick in Entwicklungen auch in Zukunftsmärkten wie dem Gesundheitswesen erlaubt.“ Prof. Dr. Angela Schoellig verweist auf das starke Interesse führender Technologieunternehmen: „Wir freuen uns besonders, dass neben führenden wissenschaftlichen Beiträgen auch globale Branchenführer ihre Ansätze zur generativen KI vorstellen und sich bei ,munich_i‘ mit der Robotik-Community vernetzen.“