SEW-Eurodrive setzt auf Industrierobotik als strategisches Zukunftsfeld für europäische Industrie
Mittwoch, 22. April 2026
| Redaktion
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Industrierobotik: Knickarmroboter lassen sich präzise und zuverlässig in bestehende Produktionslinien integrieren
Knickarmroboter lassen sich präzise und zuverlässig in bestehende Produktionslinien integrieren, Bild: SEW-Eurodrive

SEW-Eurodrive positioniert sich im Bereich Industrierobotik neu und verfolgt den Aufbau eines modularen und interoperablen Robotikportfolios. Als deutsches Familienunternehmen mit langjähriger Industrieerfahrung setzt der Anbieter dabei auf ein Baukastensystem, das bestehende Kompetenzen in Antriebs- und Automatisierungstechnik gezielt erweitert. „Wir wollen Robotik in Europa nicht nur anwenden, sondern aktiv gestalten, offen, unabhängig und technologisch souverän“, betont Tobias Nittel, Head of Corporate Solution Center, Electronics bei SEW-Eurodrive.

Intralogistik und Industrierobotik im Zusammenspiel

Auf der Hannover Messe 2026 zeigt der Hersteller, wie sich Industrierobotik in realen Anwendungsszenarien einsetzen lässt. In einem Bewegungsmodell arbeitet ein Knickarmroboter mit autonomen mobilen Robotern zusammen, während ein Delta-Roboter den Prozess ergänzt. Gemeinsam bilden die Systeme einen durchgängigen Ablauf aus Kommissionier- und Lagertechnik ab und verdeutlichen, wie sich Robotik und Intralogistik zunehmend verzahnen.

Anwendungen der in der Produktion

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einer End-of-Line-Anwendung aus der Getränkeindustrie. Beim Palettieren von Getränkekisten zeigt sich, wie sich Knickarmroboter präzise in bestehende Produktionslinien integrieren lassen. Zusätzlich demonstriert ein Roboter der 45-Kilogramm-Klasse eine praxisnahe Anwendung, bei der Besucher ein Getränk automatisiert abfüllen lassen können.

Industrierobotik als skalierbares Gesamtsystem

Das Robotikportfolio von SEW-Eurodrive umfasst stationäre Anwendungen, Übergabeprozesse zwischen mobilen Systemen und Elektrohängebahnen sowie Delta-Roboter. Die unterschiedlichen Anwendungen verdeutlichen, wie sich komplette Robotiklösungen auf Basis standardisierter Komponenten realisieren lassen. Grundlage bildet eine integrierte Hardware- und Software-Plattform, die Automatisierung und Inbetriebnahme vereinfacht. Einheitliche Bedienkonzepte sowie abgestimmte Antriebs- und Steuerungslösungen tragen dazu bei, die Komplexität zu reduzieren.

Offenes Ökosystem für Planung, Simulation und Integration

Mit dem Ausbau seines Robotikportfolios entwickelt sich SEW-Eurodrive vom Komponentenhersteller zum Anbieter ganzheitlicher Lösungen. Die mechanischen Komponenten der Roboter stammen von Autonox Robotics und werden mit eigener Antriebs-, Umrichter- und Steuerungstechnik kombiniert. Parallel entsteht gemeinsam mit Partnern wie Safelog, Scaliro und ISG ein offenes Ökosystem für Planung, Simulation und Integration. Die Softwarelösungen ermöglichen eine durchgängige Steuerung intralogistischer Prozesse in vernetzten Produktionsumgebungen.

Industrierobotik stärkt industrielle Wettbewerbsfähigkeit

Industrierobotik spielt eine zentrale Rolle für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit industrieller Standorte. Durch den Einsatz modularer und interoperabler Systeme lassen sich Produktivität steigern, Fachkräftemangel adressieren und flexible Produktionsstrukturen realisieren. Das Unternehmen verfolgt dabei das Ziel, technologische Souveränität zu sichern und die industrielle Wertschöpfung in Europa langfristig zu stärken. „Robotik ist für uns ein Schlüssel, um die Industriestandorte Deutschland und Europa langfristig zu stärken“, erklärt Tobias Nittel abschließend. „Im Zusammenspiel mit domänenspezifischen AI-Lösungen bietet eine unabhängige europäische Industrierobotik Potenziale, die Produktivität zu sichern, dem Fachkräftemangel zu begegnen und die technologische Souveränität im globalen Wettbewerb zu erhalten.“

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