Ministerpräsident Günther eröffnet die Husum Wind 2019

Messe setzt Aufbruchsignal: Windbranche gerüstet für Herausforderungen im Kernmarkt

Ministerpräsident eröffnet Husum Wind 2019

In Husum ist gestern die diesjährige Husum Wind eröffnet worden. Auf der Fachmesse und Branchenplattform, die seit drei Jahrzehnten die Entwicklungen der deutschen On- und Offshorewindenergie begleitet, stellen in vier Tagen knapp 600 in- und ausländische Aussteller technische Innovationen und Produktneuheiten vor. Angesichts der derzeit schwierigen Bedingungen im Kernmarkt stehen bei der Messe unter dem Motto „Wir denken Wind weiter“ neue Technologien für die Lösung aktueller Herausforderungen der Windwirtschaft wie die Flexibilisierung des Energiesystems, die Digitalisierung und die Förderung von gesellschaftlicher Akzeptanz besonders im Fokus.

Am frühen Dienstagvormittag wurde die Husum Wind von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther eröffnet. „Die Husum Wind ist das Schaufenster für den aktuellen Stand der Technik im gesamten Bereich der Erzeugung, Speicherung und des Transportes von erneuerbarer Energie. Wir sehen die erneuerbaren Energien als Chance für unsere Wirtschaft. Daher wollen wir im Land Wertschöpfung generieren und neue innovative Technologien entwickeln“, sagte der Ministerpräsident. An der anschließenden Diskussion über die Zukunftspotenziale der Windbranche nahm neben Verbands- und Unternehmensvertretern auch der schleswig-holsteinische Minister für die Energiewende, Jan-Philipp Albrecht, teil. Das gesamte Landeskabinett tagte mittags auf der Husum Wind und gab damit ein positives Bekenntnis zur Bedeutung der Windenergie für Schleswig-Holstein ab.

Die diesjährige Husum Wind, die unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, steht, findet in herausfordernden Zeiten für die Branche statt. In dieser Situation erwarte er „ein Aufbruchsignal von der Messe“, sagte Arne Petersen, Geschäftsführer der Messe Husum & Congress. Die gesellschaftliche Forderung nach mehr Klimaschutz und weniger CO2-Emissionen stärke die regenerativen Energien. Durch deren Einsatz werden schon heute in Deutschland jährlich 177,8 Millionen Tonnen an Treibhausgasen vermieden, der Großteil davon durch Erzeugung von Windstrom. „Hier auf der Messe wird erlebbar, wie der Beitrag der Windenergie in Zukunft aussehen kann erlebbar. Chancen liegen in intelligenten Technologien, mit denen Anlagen effizient und standortgerecht werden können. Chancen liegen in technischen Innovationen, die Kosten senken und für Wettbewerbsfähigkeit sorgen. Und Chancen liegen nicht zuletzt in Speichertechnologien und Power-to-X, um den Windstrom besser verteilen und nutzen zu können.“

In der Vorwoche hatte Minister Peter Altmaier zu einem Gipfeltreffen in Berlin eingeladen, in deren Mittelpunkt die Diskussion über die Zukunft der Windenergie in Deutschlandstand stand. In ihrem Koalitionsvertrag 2018 hatten CDU, CSU und SPD eine Erhöhung des Ausbauzieles für erneuerbare Energien auf 65 Prozent bis 2030 vereinbart. In einem gemeinsamen 10-Punkte-Plan von Energiewirtschaft, Maschinen- und Anlagenbau und Umweltverbänden hatten diese anlässlich des Gipfels den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien als „klima- und energiepolitische Notwendigkeit“ bezeichnet und den Abbau von Hemmnissen an Land gefordert.

„Zur Erreichung des 65 Prozent-Ziels bis 2030 brauchen wir jetzt einen verbindlichen Maßnahmenkatalog, der auch zur Stärkung der Windenergiebranche beiträgt“, sagte Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems. Hermann Albers, Präsident des Bundesverband Windenergie, schloss daran an, dass die Energiewende schließlich in vollem Gange sei. „An manchen Tagen wird der Stromverbrauch im Industrieland Deutschland bereits vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt. Die Windenergie übernimmt dabei den größten Anteil. Das ist eine großartige Erfolgsgeschichte. In Husum zeigt die Branche, was sie leisten kann.“

Für die Sonderthemen der Husum Wind 2019, Power-to-X, Digitalisierung und Post-EEG-Modelle, gibt es Foren sowie Schwerpunkte im Kongressprogramm. Dem Thema Nachnutzung widmet die diesjährige Husum Wind eine eigene Sonderfläche. Die hier vorgestellten Möglichkeiten reichen von Repowering über Direktvermarktung in Form von Power Purchase Agreements (PPAs) bis zu Second-Life-Optionen oder Recyling.  An der Kooperationsbörse Wind Match, die Unternehmen und Forschung vernetzt, nehmen rund 100 Teilnehmer aus mehr als 20 Ländern teil. Bis zum Messeschluss am Freitagabend (13. September) rechnet die Messeleitung mit rund 18.000 Fachbesuchern. Hier lesen Sie den Abschlussbericht der Messe.