Mit der Übernahme von Krott Electronic erweitert Igus seine Kompetenzen im Bereich industrielle Verbindungstechnik. Das Unternehmen aus Stolberg entwickelt kundenspezifische Lösungen für Anwendungen, bei denen Energie und Daten unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen übertragen werden müssen. Die Übernahme wird zum 01. Oktober 2026 wirksam. Krott Electronic wird anschließend in die Unternehmensstruktur von Igus integriert. Ein Schwerpunkt liegt auf Anwendungen, bei denen Energieführung, Leitungen und Verbindungstechnik als Gesamtsystem aufeinander abgestimmt werden müssen. Dazu zählen beispielsweise Tunnelbau, Bergbau, Offshore-Anwendungen sowie die Öl- und Gasindustrie und Hafeninfrastruktur. Im Zuge der Elektrifizierung kommen weitere Einsatzfelder wie Landstromversorgung und Ladeinfrastruktur für schwere Fahrzeuge und Maschinen hinzu.
Industrielle Verbindungstechnik für Energie und Daten
Krott Electronic wurde im Jahr 2000 gegründet. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Stecksysteme, Verbindungsgehäuse und kundenspezifisch konfektionierte Lösungen. Das Portfolio umfasst Anwendungen für Nieder- und Mittelspannung ebenso wie Lichtwellenleiter und Datenkommunikation. Hinzu kommen Atex-zertifizierte Produkte für entsprechende Einsatzbereiche. Igus bringt in die Kombination unter anderem Energiekettensysteme sowie sein „chainflex“-Leitungsportfolio ein. Die Leitungen sind für dauerbewegte Anwendungen in Energieketten ausgelegt. Durch die Verbindung dieser Komponenten mit kundenspezifischer Anschlusstechnik sollen künftig stärker projektbezogene Gesamtlösungen entstehen.
Landstromversorgung als Anwendungsfeld
Besonderes Potenzial sieht Igus bei der Landstromversorgung von Schiffen. Der Anbieter verfügt bereits über mobile Systeme, mit denen Container- und Kreuzfahrtschiffe entlang eines Liegeplatzes mit Landstrom versorgt werden können. Die industrielle Verbindungstechnik von Krott Electronic soll dieses Angebot um zusätzliche Möglichkeiten bei der Auslegung kundenspezifischer Schnittstellen ergänzen. Ähnliche Anforderungen ergeben sich bei der Ladeinfrastruktur für schwere Fahrzeuge und Maschinen. Hier müssen hohe elektrische Leistungen übertragen werden, während Komponenten gleichzeitig mechanischen Belastungen und unterschiedlichen Umgebungsbedingungen ausgesetzt sein können.
Neuer Bereich bündelt Know-how für Sonderlösungen
Die sieben Mitarbeiter von Krott Electronic wechseln im Zuge der Übernahme zu Igus. Auch der bisherige Geschäftsführer Jan Krott bleibt im Unternehmen. Er übernimmt die Leitung des neuen Bereichs Sonderlösungen Verbindungstechnik. „Über viele Jahre haben wir uns umfassendes Know-how in der Entwicklung und Fertigung kundenspezifischer Verbindungslösungen für anspruchsvolle Industrieanwendungen aufgebaut. Als Teil von Igus können wir dieses Wissen künftig noch enger mit Kompetenzen in der Energieführung und Leitungstechnik verknüpfen und innovative, exakt auf die Anforderungen unserer Kunden zugeschnittene Systemlösungen entwickeln“, betont Krott. Damit sollen insbesondere Anwendungen adressiert werden, für die Standardkomponenten nicht ausreichen und eine projektspezifische Kombination aus Energieführung, Leitungen und Verbindungssystemen erforderlich ist.
Igus erweitert industrielle Verbindungstechnik für Spezialanwendungen
Mit Krott Electronic ergänzt Igus sein bestehendes Portfolio um zusätzliche Kompetenzen in der industriellen Verbindungstechnik. Die Übernahme zielt dabei nicht allein auf einzelne Steckverbinder, sondern auf die Entwicklung kompletter Systeme für spezialisierte Anwendungen. Michael Blass, CEO E-Kettensysteme bei Igus, erklärt: „Die Übernahme von Krott Electronic ermöglicht uns, unser Angebot im Bereich maßgeschneiderter Verbindungstechnik gezielt auszubauen. Das Unternehmen hat sich mit seinen Lösungen für industrielle Nischenanwendungen erfolgreich am Markt etabliert. Durch die Übernahme können wir künftig noch gezielter auf die spezifischen Anforderungen hochspezialisierter Industrien eingehen und zukunftsorientierte Lösungen für unsere Kunden im Zuge der Energiewende vorantreiben.“ Mit der Integration entsteht damit ein neuer Kompetenzbereich, der Energieführung und Leitungstechnik mit kundenspezifischen Verbindungslösungen zusammenführt.