Fünf Cybersecurity-Startups stehen im Finale des Athene Startup Awards „UP26@it-sa“. Eine Fachjury wählte Fuzzware, Squr, Complioty, Redcastle und Blindsight aus den eingegangenen Bewerbungen aus. Am 28. Oktober 2026 treten die Unternehmen im Rahmen der „it-sa Expo & Congress“ in Nürnberg mit ihren Lösungen gegeneinander an. Bereits am 22. September können sich die Teams beim Digital Preview Day auf der Plattform „it-sa 365“ vorstellen. Das technische Spektrum der Finalisten reicht von hardwarenahen Sicherheitstests und KI-gestütztem Pentesting bis zur Überwachung von KI-Systemen. Weitere Lösungen befassen sich mit den Anforderungen des Cyber Resilience Act sowie mit der kontinuierlichen Sicherheitsüberwachung mittelständischer Unternehmen.
Cybersecurity-Startups adressieren Embedded Software und Pentesting
Fuzzware aus Bochum konzentriert sich auf Sicherheitstests für Embedded Software. Das Unternehmen nutzt ein skalierbares Fuzzing-Verfahren, mit dem sich Schwachstellen frühzeitig identifizieren lassen. Beim Fuzzing werden Softwaresysteme gezielt mit unterschiedlichen oder unerwarteten Eingaben konfrontiert, um Fehler und Sicherheitslücken aufzudecken. Einen anderen Ansatz verfolgt Squr aus Weingarten. Die KI-gestützte Pentest-Software untersucht Unternehmensnetzwerke automatisiert auf Schwachstellen und bewertet die gefundenen Sicherheitsrisiken. Nach Angaben des Unternehmens liegen die Ergebnisse innerhalb von 24 Stunden vor.
CRA-Compliance und Monitoring für den Mittelstand
Mit Complioty aus München hat die Jury eine Lösung ausgewählt, die sich speziell an Maschinen- und Anlagenbauer richtet. Im Mittelpunkt steht die Umsetzung des Cyber Resilience Act. Die Software unterstützt unter anderem die automatisierte Erstellung einer Software Bill of Materials, kurz „S-BOM“, und überwacht kontinuierlich bekannte Schwachstellen. Darüber hinaus deckt sie weitere für den CRA relevante Prozesse ab. Redcastle aus Heubach richtet sein Angebot dagegen auf die Sicherheitsüberwachung mittelständischer Unternehmen aus. Der als „SOC as a Service“ angebotene Monitoring-Dienst analysiert die Angriffsfläche eines Unternehmens und nutzt KI zur Bewertung. Auf dieser Grundlage erhalten Anwender Empfehlungen für den Umgang mit erkannten Sicherheitsrisiken.
Schutz von KI-Systemen beschäftigt Cybersecurity-Startups
Blindsight aus Zürich widmet sich unmittelbar der Sicherheit von KI-Anwendungen. Die Plattform überwacht unternehmenseigene KI-Systeme und soll Angriffe sowie Veränderungen im laufenden Betrieb erkennen. Zu den adressierten Risiken gehören Poisoning- und Injektionsangriffe, menschliches Fehlverhalten und eine Verschlechterung der verwendeten Modelle. Auch der Umgang mit nicht freigegebenen KI-Anwendungen, sogenannter Schatten-KI, gehört zum Einsatzbereich. KI spielt jedoch nicht nur bei den Lösungen der Finalisten eine Rolle. Nach Angaben von Clara Pfeuffer, Leiterin des Athene Digital Hub Cybersecurity, gingen 2026 mehr Bewerbungen als in den Vorjahren ein. Zugleich sei das Themenspektrum besonders breit gewesen, wobei zahlreiche Bewerber KI-basierte Produkte für Cybersecurity eingereicht hätten.
Entscheidung fällt auf der „it-sa Expo & Congress“
Der Athene Startup Award „UP26@it-sa“ richtet sich an junge Unternehmen aus der DACH-Region, die Lösungen für IT-Sicherheit und Datenschutz entwickeln. Initiatoren sind das Nationale Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit Athene und die „it-sa Expo & Congress“. 2026 wird die Auszeichnung zum neunten Mal vergeben. Vor der Entscheidung in Nürnberg stellen sich die fünf Finalisten zunächst am 22. September beim Digital Preview Day vor. Das Finale folgt am 28. Oktober mit einem Live-Pitch auf der „it-sa Expo & Congress“. Dort entscheidet sich, welches der nominierten Cybersecurity-Startups den diesjährigen Athene Startup Award erhält.