Fraunhofer KI-Forschungsteam nimmt Arbeit in Schweinfurt auf

Mit praxisnahen Anwendungen die regionale Industrie unterstützen

Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé (links im Bild) und Professor Frank Döpper bei der symbolischen Einweihung des „KI-noW“ Gebäudes

Künstliche Intelligenz (KI) für eine nachhaltig optimierte Wertschöpfung, kurz "KI-noW" - unter dieser Überschrift überführen ab sofort Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA neueste Erkenntnisse und Ergebnisse der angewandten Forschung in die industrielle Praxis. Zur Veranschaulichung zeigt ein extra eingerichteter Showroom eine Auswahl an Demostationen. Gestern fand die offizielle Einweihung des Gebäudes statt. Ziel des Forscherteams ist die Entwicklung durchgängiger Szenarien, die Unternehmen aufzeigen, welchen Nutzen der Einsatz Künstlicher Intelligenz für das produzierende Gewerbe hat und wie eine Integration entsprechender Anwendungen in den laufenden Betrieb erfolgen kann. Im Zuge der ganzheitlichen Einführung soll gezeigt werden, wie KI aufbauend auf einer umfassenden, vernetzten Datenbasis in der modernen Produktion eingesetzt und dem Menschen als Werkzeug bereitgestellt werden kann. Dabei werden die drei Bereiche Fertigung, Montage und Supportprozesse adressiert.

„Mit der Fraunhofer-Außenstelle in Schweinfurt eröffnen wir nicht einfach nur ein Forschungslabor, wir eröffnen unserer Stadt und der gesamten Region Schweinfurt die Chance, uns in Sachen Industrie 4.0 optimal aufzustellen. Wenn wir diesem Strukturwandel erfolgreich begegnen wollen, müssen wir im Wettbewerb bestehen. Forschung und Entwicklung sind wichtige Standortfaktoren, die genau dazu beitragen und Schweinfurt weiter nach vorn bringen. Unser Slogan "Zukunft findet Stadt" muss unser Auftrag bleiben und dies ist ein richtiger und wichtiger Schritt. Gerade in der aktuell schwierigen Zeit, die uns vor viele unerwartete und zusätzliche Herausforderungen stellt, ist der heutige Tag ein Zeichen, dass es weitergeht und dass wir unser Ziel, Schweinfurt zukunftsfähig zu machen, nicht aus den Augen verlieren", so Oberbürgermeister Sebastian Remelé.

Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, ergänzt: „Es freut mich außerordentlich, dass heute die Außenstelle in Schweinfurt "KI-noW" der Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation ihre Arbeit, zum zukunftsweisenden Einsatz von Methoden der Künstlichen Intelligenz in der Produktion, aufnimmt. Das Bayerische Wirtschaftsministerium fördert den Aufbau der Arbeitsgruppe im Rahmen der Hightech Agenda Bayern mit vier Millionen Euro. Die Hightech Agenda Bayern, deren Umsetzung jüngst noch beschleunigt wurde, ist ein wichtiger Baustein - auch und gerade in diesen besonders herausfordernden Zeiten, um die gesamte Region Schweinfurt im anstehenden Strukturwandel und auf dem Weg zur Industrie 4.0 zu stärken".

„Ziel unserer neuen Arbeitsgruppe ist es, den Einsatz von KI-Verfahren in der Produktion zu erforschen und eine Demonstrationsumgebung zu schaffen, die das Wissen rund um die Nutzbarmachung von Daten sowie zu weiteren wichtigen Themen der Digitalisierung nachhaltig in der Region bündelt und der regionalen Wirtschaft zur Verfügung stellt“, so Prof. Alexander Sauer, Institutsleiter des Fraunhofer IPA. Im Auftrag der Stadt Schweinfurt hatte das Fraunhofer IPA im Vorfeld eine Potenzialanalyse zur Verbreitung und dem Einsatz von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz durchgeführt. Hierbei wurden regionale Großunternehmen, kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die Industrie- und Handelskammer, das Gründerzentrum sowie die Hochschule Würzburg-Schweinfurt in Interviews und Workshops befragt.

Die Analyse zeigt, dass vor allem KMU meist nur einen geringen Umsetzungsgrad und wenig Fachkenntnisse in den Bereichen Digitalisierung und KI vorweisen können. Die bisher erfolgreichen, stark historisch gewachsenen Unternehmensstrukturen bergen zukünftig das Risiko, in der globalen Auseinandersetzung mit Produkten, Prozessen und Dienstleistungen Wettbewerbsvorteile zu verlieren.

Über die Anbindung an die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation in Bayreuth und an das Fraunhofer-Netzwerk hinaus ist es vorgesehen, dass die Arbeitsgruppe "KI-noW" am Standort Schweinfurt eng an das KI-Netzwerk Bayern angebunden wird. „Die enge Vernetzung mit anderen bayerischen Fraunhofer-Einrichtungen, die überregionale Einbindung in das KI-Netzwerk Bayern sowie die Kooperation auf lokaler Ebene mit der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) bieten mit einer engen Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen optimale Voraussetzungen für den erfolgreichen Aufbau unserer neuen Arbeitsgruppe“, weiß Prof. Frank Döpper, der die Arbeitsgruppe "KI-noW" und darüber hinaus auch die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation in Bayreuth verantwortet. Basierend auf den Aktivitäten des Forscherteams "KI-noW" sollen in Schweinfurt neben den laufenden auch neue Projekte auf- und umgesetzt werden.
 

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