Socomec auf der Data Centre World 2026
Umschaltsysteme für Rechenzentren: Catcher-Architektur reduziert Überkapazitäten
Dienstag, 05. Mai 2026
| Redaktion
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Catcher-Architektur (oben): Die Primärsysteme nutzen die Reservekapazitäten gemeinsam. Statische Umschaltsysteme (unten) sorgen für maximale Ausfallsicherheit
Catcher-Architektur (oben): Die Primärsysteme nutzen die Reservekapazitäten gemeinsam. Das statische Umschaltsystem (unten) sorgt für maximale Ausfallsicherheit, Bild: Socomec

Socomec zeigt auf der Data Centre World in Frankfurt neue Ansätze für den Einsatz von Umschaltsystemen in Rechenzentren. Im Mittelpunkt steht die sogenannte Catcher-Architektur. Hier kommen statische Umschaltsysteme wie „STS STATYS“ zum Einsatz. Ziel ist es, Ausfallsicherheit zu erreichen, ohne die Infrastruktur systematisch zu überdimensionieren.

Umschaltsysteme als Basis für alternative Redundanzkonzepte

Klassische Rechenzentrumsarchitekturen setzen häufig auf 2N-Konzepte, bei denen Systeme vollständig redundant ausgelegt sind. Dadurch wird die Infrastrukturkapazität verdoppelt, um Ausfälle einzelner Komponenten abzufangen. Guy Schaaf, Marketingleiter bei Socomec, beschreibt: „Bisher wurde Ausfallsicherheit in Rechenzentren oft durch doppelte Architekturen wie 2N-Konfigurationen erreicht, bei denen die Infrastrukturkapazität effektiv verdoppelt wird, um einzelne Ausfallpunkte zu vermeiden.“ Diese Ansätze seien robust, führten jedoch im Betrieb häufig zu einer Auslastung von nur etwa 50 Prozent.

Catcher-Architektur durch Umschaltsysteme ermöglicht 

Blockredundanzmodelle, auch Catcher-Architektur genannt, verfolgen einen anderen Ansatz. Statt paralleler, vollständig redundanter Systeme unterstützt eine zusätzliche Quelle mehrere Primärsysteme. Umschaltsysteme übernehmen dabei die Aufgabe, im Fehlerfall schnell zwischen den Energiequellen zu wechseln. Durch diese Struktur lassen sich Reservekapazitäten gemeinsam nutzen. Das reduziert den Bedarf an vollständig duplizierter Infrastruktur und ermöglicht eine effizientere Auslastung der installierten Leistung.

Skalierung von Rechenzentren mit verbesserter N+1-Strategie

Gerade bei großen Anlagen mit Leistungen von 30 Megawatt, 50 Megawatt oder mehr führt die klassische Duplizierung zu erhöhtem Platzbedarf und steigenden Investitionskosten. Blockredundanzmodelle bieten hier eine Alternative. Primärsysteme können näher an ihrer Nennlast betrieben werden, während die Absicherung über gemeinsam genutzte Reservekapazitäten erfolgt. Dadurch sinkt der Anteil ungenutzter Infrastruktur, und die Planung großer Rechenzentren wird flexibler.

Umschaltsysteme reduzieren Kosten und Komplexität

Weniger parallele Systeme bedeuten geringere Anfangsinvestitionen und reduzierte Betriebskosten. Gleichzeitig sinkt der Bedarf an Komponenten wie Generatoren, Transformatoren und Energiespeichern. Auch Wartungsaufwand und Energieverbrauch lassen sich reduzieren, da weniger Systeme betrieben und instand gehalten werden müssen. Umschaltsysteme übernehmen dabei eine zentrale Rolle für die sichere Energieverteilung.

Guy Schaaf ergänzt: „Redundanz ist keine Überkapazität. Das Risiko entsteht, wenn Resilienz als systematische Duplizierung umgesetzt wird, ohne ihre strukturellen Auswirkungen zu hinterfragen.” Er fügt hinzu: „Für die nächste Generation von Rechenzentren stellt sich nicht die Frage, wie viel Redundanz erforderlich ist, sondern wie sie strukturiert sein sollte, damit die Ausfallsicherheit in großem Maßstab wirtschaftlich und betrieblich nachhaltig bleibt.“

Erweiterbare USV-Systeme ergänzen das Portfolio

Neben den Umschaltsystemen zeigt Socomec auf der Messe auch seine modulare USV-Anlage „MODULYS XM“. Diese lässt sich auf bis zu zwei Megawatt erweitern und unterstützt damit skalierbare Energieversorgungskonzepte für Rechenzentren.

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