Abschlussbericht: Achema 2024 empfängt 106.000 Besucher

Weichenstellung für eine nachhaltigere und wettbewerbsfähigere Prozessindustrie

Die Achema 2024 zeigte neue technische Lösungen für die Prozessindustrie

Nach fünf intensiven Messetagen schließt die Achema 2024 ihre Tore. Vom 10. bis 14. Juni 2024 zeigten mehr als 2.800 Aussteller aus 56 Nationen auf dem Frankfurter Messegelände ihre jüngsten Komponenten, Maschinen, Anlagen, Lösungen und neuartige Verfahren für die Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie. Mit einem Anteil internationaler Aussteller von 63 Prozent war die diesjährige Leitmesse der globalen Prozessindustrie die internationalste aller Zeiten. Fast jeder zweite Besucher kam aus dem Ausland. 

Mehr als 106.000 Gäste aus 141 Ländern sorgten für volle Gänge und gut besuchte Stände in den Bereichen Labor- und Pharmatechnik, Anlagenbau oder klassische Verfahrenstechnik. Damit konnte die Messe zwar nicht an die Veranstaltung 2018 vor der Corona-Pandemie anknüpfen, steigerte die Besucherzahl aber deutlich um 36.000 Interessenten im Vergleich zur Achema 2022. Die Dechema zieht damit ein positives Fazit für die diesjährige Weltleitmesse der Prozessindustrie. Dr. Björn Mathes, Geschäftsführer der Dechema Ausstellungs-GmbH, erklärt zufrieden: „Diese Achema gibt der Branche Impulse, die für die nächsten Jahre richtungsweisend sein werden.“ Auch Jürgen Nowicki, Vorsitzender des Achema-Ausschusses und CEO von Linde Engineering, freut sich über eine gelungene Veranstaltung: „Die Aussteller, mit denen wir gesprochen haben, und auch wir selbst sind äußerst zufrieden. Teilweise war an den Ständen so viel los, dass die Standmitarbeiter nicht mehr hinterherkamen. Viele der Gespräche hatten dabei direkten Projekt- oder Investitionsbezug.“ 

Reges Interesse an Sensorlösungen

Innovationsthemen erzeugen große Resonanz

Auf sehr großes Interesse stießen auch die sechs Innovationsthemen der Achema 2024 Process, Pharma, Green, Lab, Digital und Hydrogen. Sie griffen zentrale Herausforderungen auf, die die Prozessindustrie heute und in den kommenden Jahren bewegen und zeigten insbesondere auf den Innovation Stages konkrete Business Cases zu deren Lösung. Insgesamt wurde das umfangreiche Achema-Kongressprogramm mit über 900 Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops wieder sehr gut angenommen. Laut Dechema war der Kongress mit 30.000 Teilnehmern so gut besucht wie nie zuvor. Die direkte Einbindung in das Messegeschehen in den Hallen hat sich hier sicherlich positiv ausgewirkt. Im Kongressprogramm stießen vor allem die Wasserstoffthemen sowie Vorträge zur Elektrifizierung und Flexibilisierung auf großes Interesse. Diese Einschätzung teilt auch Irfan Yunus, VP Chemicals Segment Industrial Automation von Schneider Electric auf dem Messestand: „Die Achema ist für uns genau die richtige Messe, um alle relevanten Kunden, insbesondere aus der chemischen Industrie, zu treffen. Grüner Wasserstoff und grüne Ammoniakproduktion standen ebenso im Mittelpunkt der Gespräche wie die Produktion der Zukunft unter den Aspekten Automatisierung und Energieeffizienz.”

Achema-Aussteller stellen sich den Herausforderungen ihrer Kunden

Nachhaltigkeit in jeder Hinsicht war darüber hinaus das beherrschende Thema auf vielen Ständen, angefangen bei der Senkung des Energieverbrauchs und damit der Reduzierung des CO2-Fußabdrucks von Produkten und Unternehmen. Auch Ressourceneinsparungen bei Rohstoffen, Wasserverbrauch und Ausgangsmaterialien, beispielsweise in der Medikamentenentwicklung, spielten eine Rolle. Das Thema setzte sich fort über das Recycling, also die Wiederverwertung durch Aufbereitung von Materialien oder Abwässern, bis hin zur Rücknahme von ausgedienten Bauteilen, Geräten oder ganzen Maschinen, um Metalle oder Kunststoffe für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zurückzugewinnen. Für die Prozessindustrien wurde auch die besondere Bedeutung von Daten hervorgehoben. Denn diese möglichst in Echtzeit zu gewinnen, zu verarbeiten und zu analysieren, verschafft den Unternehmen einen Wissensvorsprung, um die Leistungsfähigkeit ihrer Anlagen zu steigern, die Prozessqualität zu verbessern und ungeplante Stillstände zu vermeiden.

Technologieoffenheit für herstellerunabhängige Automatisierung

Digitalisierung, Automatisierung und KI in der Prozessindustrie

Voraussetzung dafür sind digitale Lösungen in Kombination mit Automatisierung für Effizienzsteigerungen und der Einsatz künstlicher Intelligenz, sei es bei der Entwicklung von Produkten, Wirkstoffzusammensetzungen oder der Optimierung von Produktionsprozessen. Immer häufiger kommt in der Prozessindustrie deshalb Ethernet-APL für Echtzeit-Datenerfassung zum Einsatz, auch in rauen Umgebungen. Darüber hinaus war der Datenschutz allgegenwärtig und Cybersecurity im Zusammenhang mit OT und IT ein häufig behandeltes Thema. Weitere Themenschwerpunkte im Pharmabereich waren beispielsweise NOA, MTP zur modularen Automatisierung in der Produktion und die Erfüllung des Annex 1 des EU-GMP-Leitfadens zur Sterilherstellung, der nach einer zweijährigen Übergangsfrist Ende August 2024 in Kraft tritt.

Ethernet-APL ermöglicht Echtzeit-Datenerfassung in der Prozessindustrie

Weitere Stimmen zur Achema 2024

Dr.-Ing. Johannes Lottermann, Director Explosion Safety bei Rembe, betont: „Die diesjährige Achema hat wieder einmal bewiesen, dass Messen trotz aller Digitalisierung noch lange nicht wegzudenken sind. Frankfurt war ein toller Gastgeber für die Welt der Prozessindustrie und hat einen tollen Vorgeschmack auf die EM gegeben. Mit unseren Explosionsvorführungen unter prominemter Schützenhilfe durch Robert Förstemann haben wir unseren Beitrag zum Erfolg der Messe beitragen dürfen.

Lukas Punzenberger, Director Product Management bei Ing. Punzenberger Copa-Data, erklärt: „Die Achema versetzt mich in Euphorie, wenn ich sehen, dass MTP mehr und mehr Anwendung findet. Die Vision von plug and produce in der Produktion ist nicht nur greifbar, sondern auch sichtbar auf Achema.“

Stephan Convent, Head of Sales Cleaner Industries bei Sick, fügt hinzu: „Wir blicken auf erfolgreiche Achema Messetage zurück. Sie war auch in diesem Jahr für Sick der wichtigste Branchentreffpunkt der Prozessindustrie. Nicht nur konnten wir neue Branchen-Insights gewinnen, sondern auch unsere Innovationen bei moderner industrieller Prozess- und Emissionstechnik präsentieren und Herausforderungen als Partner in der Energiewende diskutieren. Im intensiven persönlichen Austausch mit Messeteilnehmern standen vor allem neue Energieträger und Durchflussmesstechniken im Mittelpunkt. Rundum ist die Achema die ideale Plattform zu aktuellen Themen, Trends und Innovationen der Prozessindustrie.“

Die nächste Achema findet vom 14. bis 18. Juni 2027 in Frankfurt statt.

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