Wago steigert Umsatz 2019 auf 954 Millionen Euro

Wachstum von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr - Coronavirus sorgt aber für Auftragsrückgänge 2020

Sven Hohorst, geschäftsführender Gesellschafter der Wago Gruppe

Die Wago Gruppe hat das Jahr 2019 mit einem Plus von 2,4 Prozent abgeschlossen. „Mit einem Umsatz von 954 Millionen Euro haben wir unser gestecktes Wachstumsziel zwar nicht erreichen können, konnten uns aber in einem international schwierigen Markumfeld gut behaupten“, so der geschäftsführende Gesellschafter Sven Hohorst. Mit Rückblick auf das vergangene Jahr lasse sich ein sehr heterogener Verlauf, sowohl zeitlich als auch regional feststtellen. „Während sich Europa überwiegend positiv entwickelt hat und wir hier den Marktanteil leicht erhöhen konnten, war die Geschäftstätigkeit in Asien vor allem durch den Handelsstreit zwischen den USA und China belastet.“

Die Umsatzverteilung nach Landesmärkten hat sich bei dem Anbieter von elektrischer Verbindungs- und Automatisierungstechnik im Vergleich zum Vorjahr nur leicht verändert. Während Deutschland mit einem Umsatzanteil von 27 Prozent traditionell den wichtigsten Markt für Wago darstellt, erreicht das übrige Europa 44 Prozent; ROW (Rest of World) liegt bei knapp 30 Prozent. Die Wago Gruppe ist mit neun internationalen Produktions- und Vertriebsstandorten, 20 weiteren Vertriebsgesellschaften und Vertretungen in über 80 Ländern global aufgestellt. Der Investitionsschwerpunkt des Unternehmens bleibt aber weiterhin Deutschland. Auch 2019 wurde hier für die Branche überdurchschnittlich hoch investiert. Mehr als 75 Prozent der Gesamtinvestitionen von ca. 150 Millionen Euro sind in die Standorte in Minden, Päpinghausen und Sondershausen geflossen.

Auftragsrückgänge und globale Auswirkungen erwartet

Im Gegensatz zu anderen Branchen kann die Wago Gruppe auf ein erfolgreiches erstes Quartal 2020 zurückblicken. „Hier haben besonders Fertigung und Logistik mit ihrem Einsatz für einen positiven Jahresbeginn gesorgt“, erklärt Sven Hohorst. „Allerdings stellen wir nun, als Unternehmen am Ende der Prozesskette, auch deutliche Rückgänge im Auftragseingang fest.“ Besonders die Länder Italien, Spanien, Frankreich, Belgien und Dänemark seien stark betroffen. Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise seien aktuell noch nicht zu beziffern, werden aber die gesamte Wago Gruppe erheblich belasten. „Wir bereiten uns darauf vor, dass die Auswirkungen schwerer sein werden als bei der Finanzkrise 2009“, so die Prognose. Trotzdem bleibe ein fester Glaube an eine kommende Verbesserung der Lage. „Auch dieses Jahr werden wir weiter mit knapp 90 Millionen in wichtige Zukunftsprojekte investieren - davon bleiben zwei Drittel hier in Deutschland.“

Neue Produkte und Lösungen

Ein Fokus liegt dabei auf der Entwicklung von neuen Produkten und Lösungen in allen Technologiebereichen des Unternehmens, der Automatisierungs- und Verbindungstechnik sowie der Interface-Elektronik. In der Automatisierung geht es Wago mit dem Konzept „openandeasy“ vorrangig darum, Anwendern mit komplett offenen Automatisierungslösungen, die schnell an neue Anforderungen angepasst werden können, maximale Flexibilität zu ermöglichen. Das Betriebssystem Linux spielt dabei eine entscheidende Rolle. So konnte Wago schnell Themen wie Cloud-Connectivity and Cyber-Security realisieren. Außerdem hat die Linux-Community viele Lösungen erarbeitet, die in den Wago Controllern, den Steuerungslösungen für die Automatisierung, einfach genutzt werden können. Dazu zählt zum Beispiel die Docker-Technologie, die die Bereitstellung von Anwendungen vereinfacht. Docker verpackt Applikationen in eine portable Form, sodass sie einfach und schnell auf den Wago Controllern genutzt werden können.

Werkzeuge für die digitale Transformation

„Wir wollen unseren Kunden die entscheidenden Werkzeuge für die digitale Transformation im Maschinenbau und in der fertigenden Industrie liefern“, sagt Sven Hohorst. Das Wago I/O System Advanced, das neue Highlight der offenen Automatisierungsplattform des Unternehmens, unterstreicht diesen Anspruch. Durch die sehr kurze Latenz des Systems und die damit verbundene hohe Synchronität zwischen Ein- und Ausgangssignalen können verschiedene schnelle Ethernet-Feldbusse genutzt werden - eine wesentliche Voraussetzung für eine effektive industrielle Kommunikation. Um diese auch künftig sicherstellen zu können, ist das I/O System Advanced für den kommenden Kommunikationsstandard „Time-Sensitive Networking“ (TSN) vorbereitet. Der große Vorteil von TSN besteht darin, dass die Technologie auf allen Ebenen eines Automatisierungssystems eingesetzt werden kann - vom Sensor bis in die Cloud. Durch diese Erweiterung des Ethernet-Standards wird eine durchgängige Kommunikation ohne Gateways und Brüche ermöglicht - die klassische Automatisierungspyramide mit ihren auf die Ebenen gekapselten Technologien wäre damit aufgelöst.

Schaltschrank ist im Wandel

Auch im Bereich der Interconnection geht es bei Wago um die stetige Verbesserung von Bewährtem und innovative Neuentwicklungen. Dabei steht die Einfachheit klar im Fokus. So wird die Familie der Hebelklemmen um immer mehr Produkte mit der intuitiven und leicht bedienbaren Anschlusstechnik erweitert. Auch der Schaltschrank ist im Wandel, denn die Anforderungen an ihn steigen kontinuierlich. Die zunehmende Vernetzung, steigende Energiekosten und wachsende Individualisierung erfordern, dass es im Schaltschrank kleiner, sparsamer, schneller und flexibler zugehen muss. Die Antwort von Wago darauf ist die Stromversorgung Pro 2, eine komplette Gerätefamilie, bei der konsequent die Themen Planung, Installation, Konfiguration und Inbetriebnahme weitergedacht werden. Mit einem Rekordwirkungsgrad von 96,3 Prozent schafft Pro 2 die wesentliche Voraussetzung für Effizienz und Flexibilität.
 

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